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Cheat Sheet

Shopify: Katalog und Storefront — Cheat Sheet

Stand: · Shopify in der Praxis

ShopifyE-CommerceOnlineshopBarrierefreiheit

Der Spickzettel zum Seminar Shopify in der Praxis — erster von zwei Teilen, für den Moment, in dem der Shop schon steht und man kurz nachsieht, welcher Tarif welche Funktion trägt, in welchem Theme-Ordner etwas liegt oder ab wie vielen Produkten Shopify die Filter ausblendet. Der zweite Teil, Verkauf und Betrieb, nimmt Checkout, Zahlungen, Betrieb und Erweiterung. Aufbauen lernt man mit keinem von beiden — dafür ist das Seminar da. Maßgeblich bleibt die Shopify-Hilfe; Stand hier ist 09/2026. Jeder Abschnitt verweist auf das Modul, aus dem er stammt.

Tarife und Umsetzungswege

Der Tarif ist keine reine Preisfrage: An ihm hängen Mitarbeiterkonten, die Zahl der B2B-Kataloge, Lagerstandorte und einzelne Automatisierungsaktionen. Eine Pflichtfunktion, die erst im nächsten Tarif liegt, macht die günstige Entscheidung teuer.

TarifPreis je MonatTransaktionsgebührMitarbeiterkonten
Basic27 EUR2,1 % + 0,30 EURkeine enthalten
Grow79 EUR1,8 % + 0,30 EURbis zu 5
Advanced289 EUR1,6 % + 0,30 EURbis zu 15
Plusab 2.100 EUR1,3 % + 0,30 EURunbegrenzt

Preise bei jährlicher Zahlung, Stand 09/2026 — sie hängen von Region und Laufzeit ab. Die Gebühren sinken mit dem Tarif, nicht mit dem Umsatz; ein fremder Zahlungsanbieter kostet zusätzlich.

WegWas man gewinntWas man übernimmt
Standard-Themeschnell live, updatefähigGestaltung im Rahmen des Themes
Theme-Anpassungeigenes ErscheinungsbildPflege der Anpassungen bei Updates
Apps und Extensionsfehlende Funktionen ohne CodeKosten, Berechtigungen, Abhängigkeit
Headlessvolle Kontrolle über die OberflächeFrontend, Hosting und Betrieb

Die Entscheidung gilt je Anforderung, nicht für das ganze Projekt. Shopify beschreibt Headless ausdrücklich als die größte Kontrolle und zugleich die meiste Arbeit.

Modul: Commerce-Plattform Shopify

Verkaufskanäle

KanalWofür er gedacht ist
Shopkuratierte Produktdarstellung für wiederkehrende Kundschaft
Social CommerceVerkauf über Facebook, Instagram und TikTok
MarktplätzeListung über Google sowie Amazon, Temu und weitere
Shopify Agentic StorefrontsAuffindbarkeit in KI-Kanälen
Shopify POSVerkauf im Ladengeschäft auf demselben Bestand
Shopify CollectiveProdukte anderer Shopify-Shops mitverkaufen

Buy Button und Sell on WordPress binden Shopify in bestehende Seiten ein. Jeder Kanal liest denselben Katalog — ein Katalog, der nur fürs eigene Theme gepflegt ist, fällt anderswo durch.

Modul: Commerce-Plattform Shopify

Grundeinstellungen, die später feststehen

EinstellungWirkung im späteren Betrieb
Store nameAbsender von Benachrichtigungen, Titel des Shops
Legal business name und AdresseRechtstexte, Steuerzuordnung, Rechnungen
ZeitzoneZeitstempel jeder Bestellung und jedes Reports
StandardwährungGrundlage aller Preise und Auswertungen
GewichtseinheitVersandtarife und Etiketten
Bestellnummern-FormatZuordnung in Buchhaltung und Support

Die Standardwährung lässt sich nach den ersten Bestellungen nicht mehr frei ändern, eine falsche Zeitzone verschiebt jeden Tagesumsatz. Die myshopify.com-Adresse bleibt bestehen, auch wenn später eine eigene Domain davorsteht.

MittelWofür es taugtGrenze
Development StoreApps und Aufbau in realistischer Umgebungkeine echten Transaktionen
Theme-DuplikatGestaltung und Templates im Livesystemteilt Daten mit dem Livesystem
Testmodus der ZahlungBestellstrecke bis zur ZahlungSteuern und Versand nur simuliert

Ein Development Store lässt sich nicht in einen produktiven Shop umwandeln.

Modul: Administration und Governance

Produktfelder und Kollektionen

FeldWofür es gebraucht wird
SKUBestandsführung, Fulfillment, Abgleich mit dem ERP
BarcodeKassenvorgang im Ladengeschäft, Wareneingang
Produkttyp und Herstellerinterne Auswertung und automatische Kollektionen
Tagsschnelle, formlose Gruppierung ohne Strukturzwang
Alternativtexte an MedienBarrierefreiheit und Auffindbarkeit

SKUs werden über Standorte hinweg geteilt — dieselbe SKU meint denselben Artikel. Die Kategorie aus der Shopify-Taxonomie ist kein Beiwerk: Sie schaltet standardisierte Attribute frei, und bei Shopify Tax hängt der Steuersatz daran.

MittelWofür es gedacht ist
AufnahmebedingungProdukte oder Varianten automatisch aufnehmen
AusschlussbedingungTreffer regelbasiert wieder herausnehmen
Manueller Ausschlusseinzelne Produkte gezielt ausnehmen
Handauswahlkuratierte Zusammenstellungen ohne Regel

Ältere Shops führen noch manuelle und Smart Collections, bis das neue Modell verfügbar ist. Für die Massenpflege stehen CSV-Import, Bulk Editor, Metafeld-Definitionen und die Admin-API bereit — der Bulk Editor ohne Rückweg.

Modul: Produkte und Kataloge modellieren

Theme-Aufbau

OrdnerAufgabe
layoutumschließt alle Templates, trägt wiederkehrende Elemente
templatesbestimmt, wie eine Seitenart gerendert wird
sectionswiederverwendbare Inhaltsmodule und Section Groups
blocksBausteine innerhalb von Sections, wiederverwendbar
snippetskleine Liquid-Fragmente für wiederkehrenden Code
configTheme-Einstellungen als JSON
localesÜbersetzungen für mehrsprachige Shops

assets trägt Bilder, CSS und JavaScript; mit Endung .liquid auch dynamisch erzeugte Dateien. Die Architektur-Version hängt am einzelnen Theme, nicht am Shop: Vintage-Themes bekommen nur noch Sicherheitsaktualisierungen, Online Store 2.0 brachte Sections auf allen Seiten, die Theme-Blocks-Architektur ergänzt wiederverwendbare Blöcke über Sections hinweg. Die Grenze liegt bei 300 Blöcken je Theme — KI-erzeugte zählen mit, auch ungenutzte.

WegVorteilPreis
Theme-Einstellungupdatefest, ohne Entwicklungnur Vorgesehenes möglich
App Blockkein Eingriff in den Theme-CodeAbhängigkeit vom Anbieter
Liquid, CSS, JavaScriptbeliebige AnpassungPflege bei jedem Update

Modul: Themes und Storefront-Architektur

Suche und Filter: die Grenzen

GrenzeWert
Kollektion ohne Filteranzeigeab mehr als 5.000 Produkten
Suchergebnis ohne Filteranzeigeab mehr als 100.000 Treffern
Filterwerte je Filter im Shophöchstens 100 sichtbar
Eindeutige Werte je Filtergruppehöchstens 200
Filtergruppen je Shophöchstens 1.000
Suchbegriffe je Produkt-Boosthöchstens 10

In der App selbst zeigt ein Filter bis zu 1.000 Werte — im Shop bleiben davon 100 sichtbar. Durchsucht werden Titel, Produkttyp, Variantentitel, Hersteller, Text, Tags, SKU und Barcode; die Tippfehlertoleranz greift erst, wenn die ersten vier Buchstaben stimmen, und gesucht wird nach ganzen Wörtern — eine Wortmitte findet in der Regel nichts.

Modul: Navigation, Suche und Filter

SEO: wer wofür zuständig ist

ElementZuständigkeit
sitemap.xmlautomatisch erzeugt, automatisch aktualisiert
robots.txtStandarddatei vorhanden, Anpassung auf eigene Gefahr
Seitentitelselbst gepflegt, bis zu 70 Zeichen
Meta-Beschreibungselbst gepflegt, rund 160 Zeichen empfohlen
Weiterleitungenselbst angelegt, nie automatisch

Ein Shop im privaten Modus lässt die Sitemap nicht auslesen — auch nicht von Google. Das Bearbeiten der robots.txt.liquid gilt als nicht unterstützte Anpassung; Shopify warnt, dass falsche Nutzung den gesamten Traffic kosten kann, und der Support hilft bei dieser Datei nicht.

GrenzeWert
Weiterleitungen je Shop100.000, mit Shopify Plus 20.000.000
Gesperrte Startpfade/apps, /cart, /orders, /services, /shop
Feste Pfade ohne Weiterleitung/products, /collections, /collections/all
Wirkungnur auf Adressen, die einen 404 liefern

Weiterleitungen wirken erst, wenn die alte Adresse tatsächlich ins Leere läuft — eine Weiterleitung neben einer noch existierenden Seite greift nie. Für einen Relaunch ist der CSV-Import der einzig tragfähige Weg.

Modul: SEO, Performance und Qualität

Barrierefreiheit: WCAG 2.2 im Shop

ErfolgskriteriumStufeBetrifft im Shop
2.4.11 Focus Not ObscuredAAFokus hinter klebendem Kopfbereich
2.5.7 Dragging MovementsAASchieberegler im Filter
2.5.8 Target Size (Minimum)AAkleine Mengen- und Variantenschalter
3.2.6 Consistent HelpAHilfe und Kontakt an gleicher Stelle
3.3.7 Redundant EntryAAdresse zweimal eingeben müssen
3.3.8 Accessible AuthenticationAAAnmeldung ohne Gedächtnistest

Das Kriterium 4.1.1 Parsing ist in WCAG 2.2 entfallen.

ElementMindestkontrast
Text unter 24 px, fett unter 18,5 px4,5:1
Größerer Text3,0:1
Symbole und Rahmen von Eingabefeldern3,0:1

Gemessen wird gegen den tatsächlichen Hintergrund, nicht gegen die Themefarbe im Datenblatt. Geprüft gehört die ganze Kaufstrecke bis zur Bestätigung — ein unbedienbarer Warenkorb macht den restlichen Shop wertlos.

Modul: Barrierefreiheit und BFSG

Typische Fallen

  • Am veröffentlichten Theme wird direkt gearbeitet, weil das Duplikat Umstände macht — die Kundschaft sieht jede Zwischenstufe.
  • Das alte Theme wird nach dem Wechsel gelöscht, damit ist der Rückweg weg.
  • Farben werden als eigene Produkte angelegt, die Variantenlogik fehlt danach in jedem Kanal und in jedem Filter.
  • Eigene Metafelder wiederholen ein Attribut, das die Kategorie schon kennt; ohne Definition laufen die Werte als Freitext auseinander.
  • Filter werden aus Tags gebaut, weil Metafelder Pflege bedeuten — und die Attribute im Katalog bleiben leer.
  • Der Passwortschutz bleibt nach dem Start aktiv (Shop unsichtbar) oder fällt vor dem Start (Shop wird zu früh indexiert).
  • Beim Relaunch entsteht die Weiterleitungsliste nach dem Umschalten — die Rankings sind dann schon weg.
  • Das Heldenbild wird verzögert geladen und ist genau das LCP-Element.
  • Der Fokusrahmen wird aus gestalterischen Gründen entfernt, der Filterdialog fängt den Fokus und lässt ihn nicht wieder heraus.
  • Theme Check läuft einmal beim Aufbau und nie wieder, obwohl jede App Skripte in die Storefront bringen kann.

Dieses Thema als Schulung für Ihr Team

Dieser Beitrag erklärt das Thema. Damit Ihr Team es danach auch anwendet, gibt es Shopify in der Praxis als Schulung — an Ihrem eigenen Code, mit den Fragen, die ein Text nicht beantwortet. Sie wählen die Module, wir bauen daraus ein Programm.

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