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Sub-Agenten & Agenten-Teams

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Transkript

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Sub-Agenten & Agenten-Teams

0:00 Bis hierhin hatten wir es mit einem Agenten zu tun — einem Gegenüber, einer Sitzung, einem Gedächtnis. Das funktioniert gut, bis die Aufgabe groß wird. Dann passiert etwas, das jeder kennt, der schon einmal lange mit einem Agenten gearbeitet hat: Die Sitzung füllt sich mit Suchergebnissen, Nebenschauplätzen und Details, und irgendwann geht das Wesentliche darin unter.

0:21 In diesem Kapitel geht es deshalb um Arbeitsteilung. Wir schauen uns an, wie man Aufgaben an Sub-Agenten delegiert, wie mehrere Aufgaben parallel laufen können, ohne sich in die Quere zu kommen, und wie Sie eigene, spezialisierte Agenten bauen.

Sub-Agenten & Agenten-Teams

0:35 Drei Stationen, die zusammen ein Team ergeben. Zuerst das Konzept der Sub-Agenten — Delegation als Mittel, den eigenen Kopf frei zu halten. Dann Git Worktrees, also die Frage, wie mehrere Agenten gleichzeitig an einem Repository arbeiten können, ohne sich gegenseitig die Dateien unter den Füßen wegzuziehen. Und zum Schluss der Bau eigener Agenten für Rollen, die bei Ihnen immer wieder vorkommen. Der rote Faden: große Aufgaben in isolierte, spezialisierte Einheiten zerlegen.

Das Konzept von Sub-Agenten

1:04 Fangen wir mit dem Grundgedanken an. Er ist der Arbeitsteilung in einem Team nachempfunden — und wie dort liegt der eigentliche Gewinn nicht darin, dass mehr Hände arbeiten, sondern darin, dass nicht jeder alles wissen muss. Stellen Sie sich vor, Sie leiten ein kleines Projekt und schicken eine Kollegin in die Bibliothek, um etwas nachzuschlagen.

1:24 Sie kommt zurück und sagt Ihnen das Ergebnis in zwei Sätzen — nicht, welche Regale sie durchsucht und welche Bücher sie wieder weggelegt hat. Genau so arbeitet ein Sub-Agent. Er ist eine eigene Sitzung mit eigenem Kontextfenster, eigenem Systemprompt und eigenen Werkzeugen. Die Hauptsitzung gibt eine Aufgabe hinein und bekommt nur das Ergebnis zurück.

1:44 Das klingt nach einem technischen Detail, ist aber der entscheidende Punkt: Der Suchvorgang bleibt draußen, und Ihr Hauptkontext bleibt schlank. Der erste Punkt ist der wichtigste, und er beschreibt ein Problem, das man erst bemerkt, wenn man es hat: Recherche flutet den Kontext. Zwanzig durchsuchte Dateien, von denen zwei relevant waren — die anderen achtzehn stehen trotzdem im Gedächtnis der Sitzung und verdrängen dort Platz für das, worauf es ankommt.

2:10 Delegation löst das sauber. Der zweite Punkt ist Spezialisierung: Jeder Sub-Agent bekommt genau den Zuschnitt, den seine Aufgabe braucht. Der dritte eröffnet Parallelität, dazu gleich mehr. Und der vierte ist der eigentliche Zweck des Ganzen — die Hauptsitzung behält den Überblick, weil sie nicht mit Details zugeschüttet wird.

2:30 Sie müssen nicht bei null anfangen — drei Rollen sind bereits eingebaut, und ihre Unterschiede zeigen ganz gut, wie man über Zuschnitt nachdenkt. Der eine ist auf Breite ausgelegt und darf ausdrücklich nur lesen; das macht ihn ungefährlich und gibt ihm Freiheit beim Stöbern. Der zweite denkt statt zu tun — er entwirft eine Strategie, was Sie an den Plan-Modus aus Kapitel zwei erinnern dürfte. Und der dritte ist der Allrounder für mehrstufige Aufgaben.

2:55 Die Fußzeile bringt den Sinn der ganzen Übung auf den Punkt: Delegation hält das Gedächtnis der Hauptsitzung sauber. Das ist kein Nebeneffekt, das ist der Zweck. Probieren Sie das an einer echten Suchaufgabe aus — etwas, wofür Sie sonst selbst zehn Minuten durch die Codebasis wandern würden. Der Hinweis entscheidet über Erfolg oder Frust: Grenzen Sie klar ab, was zurückkommen soll.

3:18 Ein Sub-Agent, dem Sie nur „schau mal, wie das gelöst ist" sagen, liefert entweder einen Roman oder einen Halbsatz. Sagen Sie stattdessen, in welcher Form Sie das Ergebnis brauchen — eine Liste der betroffenen Dateien, eine Einschätzung in drei Sätzen. Und achten Sie danach darauf, was in Ihrer Hauptsitzung gelandet ist: Genau das ist der Gewinn, den Sie hier messen.

Git Worktrees

3:39 Delegieren ist die eine Hälfte. Die andere ist Gleichzeitigkeit — und da stoßen wir auf ein handfestes Problem: Zwei Agenten, die im selben Verzeichnis arbeiten, kommen sich zwangsläufig in die Quere. Das Bild dazu ist eine Werkstatt mit mehreren Werkbänken. Alle arbeiten am selben Projekt, aber jeder hat seine eigene Fläche, und niemand räumt dem anderen das Werkzeug weg.

4:02 Genau das ist ein Git Worktree: ein zweites Arbeitsverzeichnis desselben Repositorys, auf einem eigenen Branch. Die Funktion ist übrigens keine Erfindung für KI-Agenten, es gibt sie in Git schon lange — sie bekommt hier nur endlich einen richtig guten Anwendungsfall. Claude Code startet in einem solchen Verzeichnis eine isolierte Sitzung.

4:22 Das Ergebnis: Parallele Aufgaben laufen nebeneinander, ohne dass Ihr eigener Arbeitsfluss davon etwas mitbekommt. Die ersten drei Punkte beschreiben dieselbe Sache aus drei Blickwinkeln, und der dritte ist der, der im Alltag am meisten zählt: Ihr eigener, offener Arbeitsstand bleibt unberührt. Wer schon einmal mitten in einer halbfertigen Änderung saß und ein Agent hat begonnen, dieselben Dateien umzuschreiben, weiß, warum das wichtig ist.

4:47 Der vierte Punkt ist eine kleine, aber angenehme Aufräumhilfe: Worktrees, in denen nichts entstanden ist, verschwinden von selbst wieder. Das klingt nach Detail, verhindert aber, dass sich nach zwei Wochen ein Dutzend verwaister Verzeichnisse angesammelt hat, bei denen niemand mehr weiß, wofür sie waren. Diese eine Zeile ist bemerkenswert unspektakulär für das, was sie auslöst: Sie legt ein eigenes Verzeichnis an, erzeugt einen eigenen Branch und startet darin eine Sitzung.

5:14 Drei Dinge, die Sie sonst nacheinander von Hand machen würden. Worauf es ankommt, ist die Grenze, die dabei entsteht — was in diesem Worktree passiert, berührt Ihren Hauptarbeitsstand nicht. Sie können also weiterarbeiten, während nebenan gebaut wird. Und die Fußzeile nimmt Ihnen die letzte Hürde: Wenn nichts Brauchbares dabei herauskommt, müssen Sie nicht aufräumen.

5:35 Ein Worktree ohne Änderungen wird automatisch entfernt. Ausprobieren kostet also tatsächlich nichts. Für diese Übung wählen Sie eine abgegrenzte Änderung — etwas, das für sich steht und einen eigenen Branch verdient. Der Hinweis sagt Ihnen, wann sich der Aufwand lohnt: bei Aufgaben, die sich sonst gegenseitig überschreiben würden.

5:55 Für eine einzelne Änderung, an der Sie ohnehin allein sitzen, brauchen Sie keinen Worktree. Interessant wird es, wenn zwei Dinge gleichzeitig laufen sollen. Kontrollieren Sie am Ende beides: dass die Änderung auf dem eigenen Branch gelandet ist und dass Ihr ursprünglicher Arbeitsstand unverändert dasteht. Der zweite Teil ist der eigentliche Beweis, dass die Isolation funktioniert hat.

Custom Agents bauen

6:18 Bleibt der letzte Schritt. Die eingebauten Rollen decken viel ab, aber jedes Team hat Aufgaben, die immer wiederkehren und immer gleich ablaufen. Genau dafür können Sie eigene Agenten definieren. Wer beim Kapitel über Skills aufgepasst hat, erkennt das Muster sofort wieder: eine Datei im Projekt, ein kurzer Kopfbereich mit Metadaten, darunter der Auftrag.

6:39 Ein Custom Agent liegt unter `.claude/agents/`, und im Frontmatter stehen Name, Beschreibung, die erlaubten Werkzeuge und das Modell. Der Unterschied zum Skill ist die Rolle: Ein Skill beschreibt einen Ablauf für die Hauptsitzung, ein Agent ist ein eigenständiges Gegenüber mit eigenem Kontext. Und wie beim Skill entscheidet die Beschreibung darüber, wann Claude ihn automatisch heranzieht. Sie definieren also weniger ein Programm als eine Stellenausschreibung.

7:06 Der zweite Punkt ist der, den ich hervorheben möchte, weil er über Bequemlichkeit hinausgeht: Enge Tool-Rechte machen den Agenten sicher und fokussiert. Beides zusammen ist der Punkt. Ein Review-Agent, der nur lesen darf, kann per Definition nichts kaputt machen — und er kommt auch nicht auf die Idee, den bemängelten Code gleich selbst zu ändern, statt ihn zu bewerten.

7:27 Rechte sind hier also nicht nur Sicherheitsmaßnahme, sondern Rollenbeschreibung. Der vierte Punkt beschreibt den Gewinn fürs Team: Rollen wie Review oder Deployment laufen reproduzierbar ab, unabhängig davon, wer sie gerade auslöst. Schauen Sie sich an, wie wenig hier steht — und wie viel jede Zeile entscheidet. Der Name ist Formsache.

7:46 Die Beschreibung ist das Auslösekriterium, dieselbe Mechanik wie bei den Skills: zu vage formuliert, und der Agent springt nie an. Die Werkzeugliste ist die Rollendefinition, hier bewusst auf Lesen, Suchen und Ausführen begrenzt — es fehlt das Schreiben, und das ist Absicht. Und mit der Modellangabe entscheiden Sie, wie viel Denkleistung diese Rolle braucht; nicht jede Aufgabe verlangt das größte Modell.

8:10 Darunter steht dann in normaler Sprache der Auftrag. Mehr braucht es nicht für einen eigenen Mitarbeiter. Bauen Sie jetzt Ihre erste eigene Rolle — ein PR-Reviewer ist ein guter Anfang, weil das Ergebnis sofort beurteilbar ist. Der Hinweis ist die Lehre aus der letzten Folie und gilt weit über diese Übung hinaus: Erlauben Sie nur die Werkzeuge, die wirklich nötig sind.

8:32 Weniger Rechte bedeuten weniger Risiko — und nebenbei einen Agenten, der bei seiner Aufgabe bleibt. Testen Sie danach nicht nur den direkten Aufruf, sondern auch, ob er bei einer normal formulierten Anfrage von selbst anspringt. Wenn nicht, liegt es an der Beschreibung; das kennen Sie schon aus dem Skills-Kapitel. Fassen wir zusammen. Sub-Agenten delegieren Arbeit und halten den Hauptkontext frei — sie sind die Antwort auf die Frage, was man tut, wenn eine Sitzung zu voll wird.

9:01 Git Worktrees lösen das andere Problem, nämlich Gleichzeitigkeit ohne Kollision, indem jede Aufgabe ihr eigenes Verzeichnis und ihren eigenen Branch bekommt. Und Custom Agents kapseln wiederkehrende Rollen, mit bewusst eng gesetzten Rechten. Zusammen ergibt das den Übergang vom Werkzeug zum Team. Im nächsten Kapitel geht es darum, dieses Team auch ohne Sie arbeiten zu lassen — Automatisierung mit Loops, Routinen und Hooks.

Teile, delegiere, parallelisiere

9:27 Vom Solo-Agenten zum abgestimmten Team — so lässt sich dieses Kapitel zusammenfassen. Bemerkenswert daran finde ich, wie sehr die Prinzipien denen ähneln, die auch in menschlichen Teams gelten: klar abgegrenzte Aufträge, saubere Zuständigkeiten, und jeder bekommt genau die Rechte, die er für seine Rolle braucht. Wer schon einmal ein Team geführt hat, wird sich hier schnell zurechtfinden.

9:50 Ein Rat zum Schluss: Fangen Sie mit einer einzigen Delegation an und beobachten Sie, was in Ihrer Hauptsitzung nicht mehr landet. Das überzeugt mehr als jede Erklärung. Fragen und Material unter www.HCO.de.

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