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Abschlussprojekt und Review
Modul 11 von 11 aus dem Seminar Microsoft Copilot Studio in der Praxis
4 Kapitel in diesem Modul-Video · Laufzeit
Für Teams
Die Videos zeigen, wie es geht. Die Schulung sorgt dafür, dass Ihr Team es danach tut.
Ein Video kann niemanden fragen, warum es ausgerechnet in Ihrem Repository nicht funktioniert. Es kann kein Team auf eine gemeinsame Konvention bringen. Und es setzt sich niemand freiwillig drei Tage hin. In der Schulung sind am Ende alle auf demselben Stand, gearbeitet wurde am eigenen Code, und die offenen Fragen sind entschieden — in ein paar Tagen statt irgendwann nebenbei.
Vorgespräch am Telefon · Programm nach Maß · ab 1 Tag (8 Unterrichtseinheiten) · Teilnahmezertifikat
Transkript
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Abschlussprojekt und Review
0:00 Zum Abschluss machen wir etwas, das im Seminar selten vorkommt: Sie bekommen eine Anforderung, die Sie nicht vorbereitet haben, und arbeiten sie in einen bestehenden Agenten ein. Genau so wird es im Alltag sein. Kein Agent bleibt, wie er gebaut wurde — nach vier Wochen kommt der erste Wunsch, nach acht der zweite. Und dann zeigt sich, ob die Entscheidungen der ersten Tage tragen. Danach prüft ein anderes Team Ihre Lösung. Das ist der ehrlichste Teil dieser Woche.
Abschlussprojekt und Review
0:28 Drei kurze Kapitel und dann die Arbeit. Zuerst: Wie ordnet man eine neue Anforderung ein, ohne sofort zu bauen? Dann: Was gehört in eine Vorführung, die wirklich etwas belegt? Und schließlich die Fremdprüfung — unbekannte Fragen, ein Fehlerfall und eine ehrliche Liste dessen, was vor einer produktiven Nutzung noch zu klären ist.
0:48 Diese Liste ist am Ende das wertvollste Ergebnis.
Eine neue Anforderung aufnehmen
0:52 Beginnen wir mit der Einordnung. Sie kennen die Schritte schon — nur ist die Ausgangslage jetzt eine andere. Die Schritte sind dieselben wie am Montag: Aufgabenbereich prüfen, Anspruch bestimmen, Baustein wählen, Kriterien formulieren. Neu ist nur ein Umstand, und der hat es in sich: Sie verändern etwas Bestehendes. Damit steht alles bisher Geprüfte wieder zur Debatte — Beschreibungen können sich überschneiden, das Testset deckt die Erweiterung nicht ab, und der Aufgabenbereich wächst womöglich, ohne dass es jemand entschieden hätte.
1:23 Änderung ist bei Agenten etwas anderes als bei klassischer Software. Fünf Schritte, und die Reihenfolge ist der Punkt. Erst die Anforderung aus Sicht der Nutzenden formulieren — in einem Satz, das diszipliniert. Dann die unbequeme Frage: Liegt sie überhaupt im vereinbarten Aufgabenbereich? Wenn nein, ist das eine Entscheidung und keine Formsache.
1:45 Danach der Anspruch, dann der tragende Baustein mit Begründung. Und zum Schluss zwei prüfbare Akzeptanzkriterien, bevor gebaut wird. Sie werden merken: Wer das durchhält, baut anschließend schneller. Der erste Punkt ist der teuerste: Der falsche Baustein verursacht Aufwand, den man später nicht mehr rettet — Sie bauen neu, nicht um.
2:06 Der zweite ist der schleichende: Der Aufgabenbereich wächst um einen Punkt, dann um den nächsten, und irgendwann ist der Agent für alles zuständig und für nichts gut. Der dritte macht die Abnahme unmöglich. Und der vierte ist der, an den beim Ändern nie jemand denkt: Jede Änderung macht das bestehende Testset teilweise ungültig.
2:25 Der erste Punkt ist der Reflex, den wir alle kennen: sofort bauen, Einordnung nachreichen. Der zweite ist die stillschweigende Erweiterung ohne Zustimmung. Der dritte schlägt den Bogen zu Mittwoch — eine neue Beschreibung, die eine bestehende überschneidet, und ab dann wird die Auswahl unvorhersehbar. Und der vierte ist das unveränderte Testset, das die Erweiterung gar nicht prüft. Es meldet dann brav grün, obwohl der neue Teil nie getestet wurde.
Die Lösung demonstrieren
2:52 Jetzt zur Vorführung. Und dazu, warum sie mehr sein sollte als eine gelungene Demo. Denn vorführen kann man fast alles, wenn man den Weg vorher kennt — die Frage ist, was dabei tatsächlich belegt wird. Eine gute Vorführung zeigt nicht das Beste, sondern das Ganze. Drei Fälle gehören dazu: ein Wissensfall mit Beleg, ein geführter Vorgang mit geprüfter Eingabe und eine kontrollierte Aktion mit sichtbarer Bestätigung.
3:17 Diese drei decken zusammen alles ab, was wir diese Woche gebaut haben. Und dazu gehören die Gründe — warum dieser Schritt fest ist, warum jenes Werkzeug mit Nutzerrechten läuft. Eine Vorführung ohne Begründung ist ein Zaubertrick: Sie beeindruckt und erklärt nichts. Die zweite Spalte ist der eigentliche Maßstab. Beim Wissensfall ist es nicht die richtige Antwort, sondern die Quellenangabe aus einer verantworteten Quelle.
3:43 Beim geführten Vorgang nicht der glatte Durchlauf, sondern die Rückfrage bei unklarer Angabe. Bei der Aktion nicht das Anlegen, sondern die Bestätigung, die die Angaben zeigt. Und die vierte Zeile ist die, die man in Vorführungen nie sieht, obwohl sie am meisten aussagt: der Fehlerfall, der Nichtfund und Störung auseinanderhält.
4:02 Der erste Punkt ist die nüchterne Wahrheit: Eine funktionierende Lösung sagt nichts über ihre Tragfähigkeit. Sie sagt nur, dass sie heute funktioniert hat. Der zweite ist der praktische — andere müssen die Entscheidungen fortführen können, und Sie sind nicht immer dabei. Der dritte ist meine liebste Beobachtung aus Projekten: Wer nicht begründen kann, warum ein Schritt fest ist, wird ihn irgendwann lockern, sobald jemand sich beschwert.
4:27 Und der vierte ist der nützlichste Nebeneffekt: Beim Begründen fällt auf, wo eine Annahme nie geprüft wurde. Der erste Punkt ist der eingeübte Weg — vorgeführt wird, was gestern funktionierte, und nur das. Der zweite ist der unbelegte Wissensfall, bei dem die Quellenangabe fehlt. Der dritte ist die inhaltsleere Bestätigung, die uns diese Woche schon mehrfach begegnet ist.
4:49 Und der vierte ist der, der die ganze Vorführung entwertet: mit dem Maker-Konto vorführen statt mit einem Konto der Zielgruppe. Dann sehen alle etwas, das es im Betrieb so nicht geben wird.
Fremdprüfung und offene Punkte
5:01 Und jetzt der Teil, der weh tut und am meisten bringt: Andere nehmen Ihre Lösung auseinander. Was dabei herauskommt, ist unangenehm zu hören und später das Wertvollste, was Sie mitnehmen. Wer einen Agenten gebaut hat, kann ihn nicht mehr unbefangen prüfen — man stellt unwillkürlich die Fragen, die funktionieren. Deshalb prüft ein anderes Team: unbekannte Fragen, ein herbeigeführter Fehlerfall.
5:25 Und danach kommt der Schritt, auf den alles hinausläuft: offenlegen, was vor einer produktiven Nutzung noch zu klären ist — fachlich, rechtlich, betrieblich. Diese Liste ist das eigentliche Ergebnis Ihres Projekts. Nicht der Agent. Die Liste. Die vier Felder helfen beim Sortieren, und das Sortieren entscheidet darüber, ob die Liste abgearbeitet wird.
5:48 Fachliche Punkte gehen an die Fachabteilung: Inhalte, die niemand verantwortet. Rechtliche an andere Stellen — Berechtigungen, Aufbewahrung, Mitbestimmung, je nach Haus. Betriebliche an die IT: Zuständigkeit, Beobachtung, Rückweg, Kapazität. Und technische an Sie selbst. Eine unsortierte Liste dagegen bleibt liegen, weil sich niemand zuständig fühlt.
6:11 Fünf Schritte mit einem klaren Anspruch an Ehrlichkeit. Die Fragen werden nicht vorher angekündigt. Der Fehlerfall wird herbeigeführt, nicht abgewartet — sonst tritt er nie ein, wenn man ihn sehen will. Jede Beobachtung wird im Wortlaut festgehalten, zusammen mit der gestellten Frage; ohne die Frage ist die Beobachtung später wertlos. Dann die Einordnung in die vier Arten.
6:33 Und Schritt fünf ist der, der aus einer Liste eine Planung macht: Wer klärt den Punkt, und woran ist die Klärung erkennbar? Der erste Punkt ist typisch für kollegiale Prüfungen: Man stellt nur Fragen, die man selbst beantworten könnte — das ist höflich und nutzlos. Der zweite ist der mündliche Befund, der am nächsten Tag verschwunden ist.
6:53 Der dritte ist eine Haltungsfrage mit Folgen: Offene Punkte sind keine Mängel, sondern das Ergebnis einer gelungenen Prüfung. Wer sie als Kritik behandelt, bekommt beim nächsten Mal weniger davon. Und der vierte ist der Befund ohne Person — der wird nie geklärt.
Abschlussprojekt
7:09 Damit zur Aufgabe. Zwei Stunden, eine neue Anforderung, und am Ende eine Prüfung durch andere. Alles, was Sie diese Woche gelernt haben, kommt hier zusammen — und zwar in der Reihenfolge, in der es im Alltag gebraucht wird. Die Ankerfeld GmbH stellt jedes Quartal neue Beschäftigte ein. Sie sollen den Lernlotsen fragen können, welche Schulungen in den ersten 90 Tagen verpflichtend sind, welche davon erledigt sind und wie sie eine fehlende anmelden.
7:36 Beachten Sie, wie sich diese eine Anforderung auf beide Quellen verteilt: Die Zuordnung steht in Kursbuch, die Beschreibung der Formate im Bereich Weiterbildung. Genau diese Mischung macht die Aufgabe realistisch — und verlangt eine bewusste Entscheidung, welcher Baustein was trägt. Das Lernziel ist das Einarbeiten in einen bestehenden Agenten samt eigenständigem Nachweis.
7:57 Drei Dinge gehören ins Ergebnis: die drei vorgeführten Fälle, die dokumentierte Fremdprüfung und die Liste offener Punkte mit je einer klärenden Rolle. Wer früh fertig ist, ergänzt einen Testfall für die Erweiterung im bestehenden Testset — das ist genau der Schritt, den man im Alltag vergisst und der verhindert, dass die nächste Änderung die heutige kaputt macht.
8:18 Zwei Stunden, fünf Schritte. Die ersten beiden bauen — mit der wichtigen Ergänzung in Schritt zwei: Beschreibungen gegen die bestehenden abgrenzen. Sie erweitern schließlich einen Agenten, der schon Bausteine hat. Schritt drei macht die drei Fälle und einen Fehlerfall vorführbar. Schritt vier ist die Vorführung samt Prüfung durch das andere Team — planen Sie dafür genug Zeit ein, es ist der wertvollste Teil.
8:42 Und Schritt fünf nimmt die offenen Punkte auf und ordnet sie zu. Der erste Punkt ist der aus Kapitel 1: bauen, ohne die bestehenden Beschreibungen zu prüfen. Der zweite ist die einstudierte Vorführung, bei der am Ende nur noch der geprobte Weg funktioniert. Der dritte ist eine Frage der Kultur: Wer die Fremdprüfung als Wettbewerb versteht, verteidigt statt zuzuhören — und verliert den Nutzen.
9:05 Und der vierte ist die anonyme Liste offener Punkte. Ohne Namen wird sie nicht abgearbeitet, egal wie gut sie ist.
Was Sie mitnehmen
9:13 Vier Sätze, die diese Woche zusammenfassen. Ein Agent ist so belastbar wie seine Beschreibungen, seine Belege und seine Fehlerpfade — nicht wie sein Wortschatz. Der Harness entscheidet über Funktionen, Kanäle und Abrechnung, und zwar vor dem Bauen. Sensible Aktionen gehören an feste Schritte, nicht an die Orchestrierung.
9:33 Und der letzte Punkt ist der, den Sie sich in den Kalender schreiben sollten: Vor jeder Einführung noch einmal prüfen — Funktionen, Vorschaustatus, Lizenzen, Kosten. Dieses Produkt bewegt sich schneller, als Dokumentation altert. Viel Erfolg mit Ihrem ersten eigenen Agenten.
Dieses Modul als Schulung für Ihr Team
Das Video zeigt den Stoff. In der Schulung arbeitet Ihr Team damit — an Ihrem eigenen Code, mit Übungen und mit den Fragen, die ein Video nicht beantwortet. Sie wählen die Module aus Microsoft Copilot Studio in der Praxis, wir bauen daraus ein Programm.
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