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Modul

Versand, Fulfillment und Retouren

Modul 11 von 23 aus dem Seminar Shopify in der Praxis

5 Kapitel in diesem Modul-Video · Laufzeit

Für Teams

Die Videos zeigen, wie es geht. Die Schulung sorgt dafür, dass Ihr Team es danach tut.

Ein Video kann niemanden fragen, warum es ausgerechnet in Ihrem Repository nicht funktioniert. Es kann kein Team auf eine gemeinsame Konvention bringen. Und es setzt sich niemand freiwillig drei Tage hin. In der Schulung sind am Ende alle auf demselben Stand, gearbeitet wurde am eigenen Code, und die offenen Fragen sind entschieden — in ein paar Tagen statt irgendwann nebenbei.

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Transkript

Der gesprochene Text dieses Moduls zum Mitlesen, Überfliegen und Durchsuchen. Ein Klick auf einen Zeitstempel springt an die Stelle im Video.

Versand, Fulfillment und Retouren

0:00 Der Versand ist die Stelle, an der ein Shop sein Versprechen einlöst. Alles davor ist Gestaltung, alles danach ist Schadensbegrenzung. Und der Versand ist auch die Stelle, an der ein Onlineshop am ehesten Geld verliert, ohne dass es jemand merkt — durch Tarife, die nicht zur Ware passen, durch Teillieferungen ohne Regel, durch Retouren, die nirgends eingebucht werden.

0:21 In diesem Modul bauen wir deshalb die Regeln, bevor die Ausnahmen kommen. Denn die Ausnahmen kommen zuverlässig.

Versand, Fulfillment und Retouren

0:28 Vier Kapitel. Zuerst Versandprofile und Tarife, also die Frage, wie ein Preis überhaupt zustande kommt. Dann Standorte und Teillieferungen — inklusive der Erkenntnis, dass das Ladengeschäft ein Standort ist wie jedes Lager. Danach Etiketten, Sendungsverfolgung und der grenzüberschreitende Versand mit Zoll und Einfuhrabgaben.

0:47 Und zum Schluss die Retouren, bei denen es eine Reihenfolge gibt, die man nicht umdrehen kann. In der Übung bauen Sie die komplette Versandmatrix für Steglicht.

Versandprofile und Tarife

0:58 Beginnen wir mit der Struktur. Ein allgemeines Profil hat jeder Shop — und daneben ist mehr Spielraum, als die meisten nutzen. Ein Versandprofil ist ein Satz Versandregeln für bestimmte Produkte und Standorte. Jeder Shop hat ein allgemeines Profil, das für alle Produkte gilt — das ist die Grundeinstellung und zugleich das Auffangnetz.

1:18 Daneben lassen sich bis zu neunundneunzig eigene Profile anlegen, etwa für sperrige oder empfindliche Ware. Neunundneunzig sind mehr, als je ein Shop braucht; die praktische Botschaft ist deshalb nicht die Zahl, sondern die Erlaubnis: Sie dürfen differenzieren, und Sie sollten es tun, wenn Ihre Ware sehr unterschiedlich ist.

1:37 Vier typische Fälle. Sperrige Ware, die eine Spedition statt eines Paketdienstes braucht — bei Steglicht sind das die Schreibtische. Produkte, die nur aus einem bestimmten Standort verschickt werden. Ware mit abweichender Zustellzeit oder eigenen Zuschlägen. Und Sortimentsteile, für die kostenloser Versand gelten soll. Was diese vier Fälle verbindet: Ohne eigenes Profil würden sie alle mit demselben Tarif behandelt — und der ist entweder zu teuer für die Kleinteile oder zu billig für die großen Stücke.

2:06 Meist ist er beides gleichzeitig. Vier Grundlagen für vier Situationen. Ein fester Betrag passt bei überschaubarem Sortiment mit ähnlichen Paketen — einfach und für viele Shops völlig ausreichend. Nach Bestellwert passt, wenn Sie eine Schwelle für kostenlosen Versand setzen wollen. Nach Gewicht passt bei stark unterschiedlichem Sortiment.

2:27 Und vom Dienstleister berechnet, wenn der Tarif ohnehin beim Versender entsteht. Wichtig ist die Fußzeile: Produkte ohne eigenes Profil fallen automatisch auf das allgemeine zurück — das ist bequem und die Ursache des häufigsten Fehlers in diesem Kapitel. Der erste Punkt kostet direkt Geld: Der Schwellenwert für kostenlosen Versand liegt unter den Versandkosten sperriger Ware.

2:49 Dann liefern Sie einen Schreibtisch gratis und zahlen drauf. Der zweite ist die Folge des Auffangnetzes: Neue Produkte landen im allgemeinen Profil und werden zu billig versendet — ohne dass jemand es merkt. Der dritte ist ein Strukturfehler: Profile je Produkt statt je Versandart, und danach pflegt sie niemand mehr. Und der vierte ist ein Hinweis für die Zukunft: Shopify stellt schrittweise auf Versandoptionen je Markt um. Das gehört beobachtet.

Standorte und Teillieferungen

3:16 Weiter mit den Orten. Und mit einer Einsicht, die im Handel überraschend oft fehlt: Der Laden ist kein Sonderfall. Ein Standort ist jeder Ort, an dem Bestand liegt oder von dem aus verschickt wird: Lager, Ladengeschäft, Dienstleister. Sobald es mehr als einen gibt, entstehen zwei neue Fragen. Erstens: Welcher Standort erfüllt eine Bestellung? Zweitens — und das ist die unangenehmere: Was passiert, wenn keiner sie vollständig erfüllen kann?

3:44 Diese zweite Frage wird gern vertagt, bis sie das erste Mal auftritt. Dann entscheidet sie jemand unter Zeitdruck, und ab da ist diese Entscheidung die Regel. Fünf Schritte. Prüfen Sie, an welchen Standorten die Artikel tatsächlich liegen. Entscheiden Sie, ob geteilt oder gebündelt versendet wird — beides kann richtig sein, je nach Ware und Kundenerwartung.

4:06 Informieren Sie die Kundschaft über die Teillieferung, bevor sie es selbst bemerkt; das ist der Unterschied zwischen Service und Panne. Erzeugen Sie je Teillieferung Etikett und Sendungsverfolgung. Und schließen Sie die Bestellung erst, wenn alle Teile erfüllt sind. Wer Teillieferungen zulässt, braucht dafür eine Regel — sonst entscheidet der Zufall.

4:28 Vier Voraussetzungen, die man vorher klären sollte. Der Standort muss Bestand führen und für Abholung freigegeben sein. Öffnungszeiten und Abholfenster gehören an den Checkout, nicht ins Impressum — dort sucht sie niemand. Lokale Zustellung braucht eine Umkreisregel und eine Zustellzeit. Und der vierte Punkt ist der, der alles trägt: Ohne saubere Standortbestände verspricht der Shop Ware, die nicht da ist.

4:52 Abholung ist ein hervorragendes Angebot — aber nur, wenn die Bestände stimmen. Sonst erzeugt sie genau die Enttäuschung, die sie verhindern sollte. Der erste Punkt ist der, den wir aus Modul drei kennen: Das Ladengeschäft führt Bestand, wird im Shop aber nicht als Standort geführt. Damit ist jede Abholung Handarbeit. Der zweite kostet Geld: Teillieferungen werden zugelassen, die Versandkosten aber nur einmal berechnet.

5:18 Der dritte ist ein Zuständigkeitsloch: Abholung wird angeboten, ohne dass jemand die Benachrichtigung übernimmt — die Kundschaft steht dann vor der Tür. Und der vierte ist der stille: Der Bestand des Ladengeschäfts wird nur am Monatsende abgeglichen.

Etiketten, Tracking und internationaler Versand

5:33 Jetzt der Weg vom Klick im Admin zum Paket auf dem Band — und was dazukommt, sobald eine Grenze im Spiel ist. Versandetiketten lassen sich direkt im Shopify-Admin über angebundene Versanddienstleister kaufen und drucken. Das klingt nach einer Kleinigkeit und spart im Alltag erheblich Zeit, weil kein Wechsel in ein zweites System nötig ist.

5:53 Wichtiger noch: Mit dem Etikett entsteht die Sendungsverfolgung, und die wird automatisch in der Benachrichtigung und im Kundenkonto sichtbar. Damit beantwortet sich die häufigste Supportfrage überhaupt von selbst — vorausgesetzt, das Etikett entsteht auch tatsächlich im System und nicht daneben. Vier Punkte, die bei der ersten Auslandsbestellung schlagartig relevant werden. Zoll- und Einfuhrangaben hängen an Warenwert, Inhalt und Zielland.

6:18 Zölle und Einfuhrabgaben trägt entweder die Kundschaft oder der Händler — das ist eine kaufmännische Entscheidung, keine technische. Und sie gehört sichtbar in den Checkout, denn nichts verärgert zuverlässiger als eine Nachforderung beim Zusteller. Managed Markets nimmt Teile dieser Arbeit ab und ist regional verfügbar; zuletzt wurde es auf Großbritannien und Kanada ausgeweitet.

6:41 Ob es für Ihr Zielland infrage kommt, gehört geprüft. Vier Angaben, die überraschend weit reichen. Gewicht und Maße tragen Tarif, Etikett und Zollanmeldung gleichzeitig — ein geschätztes Gewicht wirkt sich also dreifach aus. Der Warenwert bestimmt die Einfuhrabgaben im Zielland. Die Warenbeschreibung dient der Zolltarifierung, und das ist ausdrücklich nicht der Marketingtext; wer Ergonomisches Sitzmöbel Premium in die Zollpapiere schreibt, macht sich keine Freunde.

7:09 Und die Sendungsnummer trägt Benachrichtigung, Kundenkonto und Support. Vier Felder, die allesamt in der Produktpflege entstehen — und dort selten die Aufmerksamkeit bekommen. Der erste Punkt ist der mit der größten Streuung: Produktgewichte sind geschätzt, und der Tarif stimmt bei jeder zweiten Sendung nicht. Einmal wiegen lohnt sich.

7:29 Der zweite ist der eben genannte: Die Zollbeschreibung übernimmt den Produktnamen aus dem Shop. Der dritte ist ein Reihenfolgeproblem: Die Sendungsnummer wird nachgetragen, aber die Benachrichtigung ging längst raus — ohne Nummer. Und der vierte ist eine Frage des Anstands und der Rückmeldungen: Zölle werden der Kundschaft überlassen, ohne es vorher zu sagen.

Retouren und Fulfillment-Partner

7:50 Zum Abschluss die Rückrichtung. Und eine Reihenfolge, die man kennen muss, weil sie sich nicht umdrehen lässt. Eine Rückerstattung gibt Geld zurück, eine Retoure bringt Ware zurück. Beides lässt sich trennen: Eine Bestellung kann ohne Retoure erstattet werden — das ist praktisch bei Kulanzfällen. Aber, und das ist die Regel, die man sich merken muss: Nach einer Erstattung lässt sich keine Retoure mehr anlegen. Die Reihenfolge ist also bindend.

8:17 Und das Einbuchen der zurückgekommenen Ware gelingt nur bei geführtem Bestand. Wer Bestände nicht führt, bekommt die Ware zurück, aber im System kommt sie nie an. Diese Gegenüberstellung ist eine Merkhilfe für genau den Fehler, der am häufigsten passiert. Links die Rückerstattung: Geld zurück, ohne Retoure möglich, Bestand bleibt unverändert, ausgelöst im Admin.

8:38 Rechts die Retoure: Ware kommt zurück, nach einer Erstattung nicht mehr anlegbar, Einbuchen nur bei geführtem Bestand, und sie lässt sich sogar im Kundenkonto selbst anstoßen. Die dritte Zeile rechts ist die Falle. Wer im Kulanzfall schnell erstattet und die Ware später doch zurückbekommt, kann den Vorgang nicht mehr sauber abbilden.

8:58 Vier Fragen, die im Einzelfall schlecht zu entscheiden sind. Wer die Rücksendekosten trägt, ist eine Entscheidung und keine Auslegung. Ware in geöffneter Verpackung braucht eine Regel für den Wiederverkauf — sonst entscheidet jede Person anders, und die Kundschaft merkt es. Umtausch ist genau genommen zwei Vorgänge: Rücknahme und neue Bestellung.

9:18 Und der vierte Punkt gilt, sobald Dritte beteiligt sind: Fulfillment-Partner brauchen dieselbe Regel, sonst entscheiden sie selbst. Und sie entscheiden dann nach ihren Prozessen, nicht nach Ihren. Der erste Punkt ist genau die Reihenfolgefalle: Erst wird erstattet, dann soll die Retoure angelegt werden — und es geht nicht mehr.

9:38 Der zweite ist der Grund, warum Bestände über die Zeit auseinanderlaufen: Rückläufer werden nicht eingebucht. Der dritte ist ein Zuständigkeitsloch mit Ansage: Self-Service-Rückgaben sind aktiv, aber niemand prüft die Anträge — dann warten Kundinnen und Kunden auf eine Freigabe, die nie kommt. Und der vierte betrifft Partner: Sie nehmen Ware an, die nach eigener Regel abzulehnen wäre.

Übung

10:01 Jetzt bauen Sie die Versandmatrix für Steglicht — und prüfen sie anschließend gegen die Fälle, die sie kippen könnten. Steglicht versendet Kleinteile per Paketdienst, Schreibtische per Spedition und bietet Abholung in zwei Ladengeschäften an. Künftig kommt ein zweites EU-Land dazu. Und Firmenkunden bestellen in Mengen, die selten in eine Sendung passen.

10:22 Diese vier Angaben enthalten bereits alle Konflikte, die eine Versandmatrix üblicherweise hat: zwei Versandarten, zwei Abholorte, eine Grenze und Teillieferungen. Wenn Ihre Matrix diese vier trägt, trägt sie die meisten realen Sortimente. Das Lernziel: Versandregeln aus Produkteigenschaften und Standorten ableiten und ihre Grenzfälle vorab prüfen.

10:43 Das Wort vorab ist der Kern — Grenzfälle sind billig, solange sie hypothetisch sind. Erfolgreich sind Sie, wenn die Matrix alle Produktgruppen, Regionen und Standorte abdeckt, je Fall Tarifgrundlage und Lieferoption benennt und für drei Grenzfälle eine Regel vorliegt. Und wer früh fertig ist, ergänzt die Rücksendewege je Produktgruppe. Denn ein Schreibtisch geht anders zurück als eine Schreibtischlampe.

11:07 Trennen Sie zuerst die Produktgruppen nach Versandart und schneiden Sie die Profile entsprechend zu — nach Versandart, nicht nach Produkt. Legen Sie dann die Regionen fest und wählen Sie je Region die Tarifgrundlage. Binden Sie Abholung und lokale Zustellung an die beiden Standorte. Spielen Sie danach drei Grenzfälle durch: sperrig, Teillieferung, Ausland. Und stellen Sie das Ergebnis vor — mit den offenen Entscheidungen ausdrücklich markiert.

11:33 Was offen bleibt, ist kein Makel. Was unbemerkt offen bleibt, schon. Der erste Punkt ist der häufigste Umfangsfehler: Die Matrix kennt nur Paketversand, die Spedition fehlt — und damit fehlt ausgerechnet die teure Ware. Der zweite ist der, den wir aus Modul zehn kennen: Für das zweite Land werden die deutschen Tarife kopiert.

11:53 Der dritte ist eine typische Halbfertigkeit: Abholung steht in der Matrix, aber an keinem Standort. Und der vierte ist der, der aus einer guten Übung eine folgenlose macht: Grenzfälle werden benannt, aber nicht entschieden. Benennen ist der halbe Weg.

Dieses Modul als Schulung für Ihr Team

Das Video zeigt den Stoff. In der Schulung arbeitet Ihr Team damit — an Ihrem eigenen Code, mit Übungen und mit den Fragen, die ein Video nicht beantwortet. Sie wählen die Module aus Shopify in der Praxis, wir bauen daraus ein Programm.

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