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Kosten und fortgeschrittene Einsatzmuster
Modul 10 von 11 aus dem Seminar Microsoft Copilot Studio in der Praxis
5 Kapitel in diesem Modul-Video · Laufzeit
Für Teams
Die Videos zeigen, wie es geht. Die Schulung sorgt dafür, dass Ihr Team es danach tut.
Ein Video kann niemanden fragen, warum es ausgerechnet in Ihrem Repository nicht funktioniert. Es kann kein Team auf eine gemeinsame Konvention bringen. Und es setzt sich niemand freiwillig drei Tage hin. In der Schulung sind am Ende alle auf demselben Stand, gearbeitet wurde am eigenen Code, und die offenen Fragen sind entschieden — in ein paar Tagen statt irgendwann nebenbei.
Vorgespräch am Telefon · Programm nach Maß · ab 1 Tag (8 Unterrichtseinheiten) · Teilnahmezertifikat
Transkript
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Kosten und fortgeschrittene Einsatzmuster
0:00 Über Geld redet man in Technikseminaren selten. Hier gehört es ins Programm, denn die Kosten eines Agenten entstehen nicht durch Nutzung allein, sondern durch seinen Entwurf. Ob eine Antwort ein Credit kostet oder zwölf, entscheiden Sie — beim Bauen, oft ohne es zu merken. Die gute Nachricht: Das lässt sich vorher ausrechnen, die Sätze sind veröffentlicht.
0:20 In diesem Modul schauen wir uns diese Rechnung an und werfen anschließend einen Blick auf drei Muster, die über das Gespräch hinausgehen.
Kosten und fortgeschrittene Einsatzmuster
0:29 Vier Themen. Zuerst die Abrechnung: Copilot Credits, die Sätze und wie man eine Verbrauchsannahme aufstellt. Dann ereignisgesteuerte Agents — was sich ändert, wenn kein Mensch mehr im Gespräch ist. Im dritten Kapitel geht es um Computer Use und die Zusammenarbeit mehrerer Agents. Und zum Schluss um eine Frage, die bei diesem Produkt besonders wichtig ist: Was ist Vorschau, und was ist verlässlich verfügbar?
Copilot Credits und Verbrauch
0:54 Fangen wir mit der Recheneinheit an, die uns die ganze Woche begleitet hat. Sie ist in fast jedem Kapitel kurz aufgetaucht — jetzt sehen wir uns die Sätze dahinter im Zusammenhang an. Copilot Credits sind die gemeinsame Währung für Agents im Standard-Harness. Sie kommen aus einem vorausbezahlten Paket, aus einem nutzungsabhängigen Azure-Messwert oder aus einem Vorkaufplan — drei Wege zum selben Guthaben.
1:18 Interessant ist der zweite Satz: Wie viele Credits ein Gespräch kostet, hängt davon ab, welche Fähigkeiten es nutzt. Nicht wie lange es dauert, nicht wie viele Worte — welche Fähigkeiten. Das ist eine ungewohnte Logik, und sie hat unmittelbare Folgen für den Entwurf. Statt die Zahlen abzulesen, achten Sie auf die Verhältnisse. Eine klassische Antwort kostet einen Credit, eine generative das Doppelte, eine Agent-Aktion das Fünffache.
1:45 Die Tenant-Graph-Erdung — jene Funktion für bessere Suchergebnisse — kostet zehn. Ein einziges anspruchsvolles Gespräch kann also leicht das Zwanzigfache einer einfachen Auskunft kosten. Besonders auffällig ist der Sprung bei den KI-Werkzeugen: von einem Credit je zehn Antworten im einfachen Fall auf hundert im Premium-Fall.
2:05 Und die Fußzeile ist für interne Agents Gold wert: Für Nutzende mit Microsoft-365-Copilot-Lizenz fällt das weg. Der rote Faden: Gespräche zählen, Fähigkeiten zählen, multiplizieren. Schritt eins trennt nach Anlass — eine Auskunft und eine Anfrage verhalten sich völlig unterschiedlich, ein Mittelwert verwischt das. Schritt drei zählt Werkzeugaufrufe gesondert, weil sie die teuerste Zutat sind. Schritt fünf empfiehlt den Abgleich mit dem Schätzer, den Microsoft anbietet.
2:33 Und die Fußzeile zeigt das Rechenbeispiel aus der Dokumentation: vier klassische und zwei generative Antworten bei 900 Gesprächen täglich ergeben 7.200 Credits. So sieht die Rechnung aus, die Sie selbst aufstellen sollen. Hier stehen die Zahlen, die im Ernstfall wehtun. Es gibt eine Kulanzspanne, das ist gut — aber bei 125 Prozent der Kapazität werden eigene Agents deaktiviert.
2:56 Laufende Gespräche enden noch normal, neue Aufrufe werden abgewiesen. Für die nutzende Person sieht das schlicht nach einer Störung aus. Und der letzte Punkt ist besonders unangenehm, weil er halb wirkt: Aufgebrauchte Kapazität blockiert Flow-Läufe, während der Agent weiter antwortet. Er redet also, kann aber nichts mehr nachschlagen — und merkt es nicht.
3:19 Der erste Punkt ist die geschönte Rechnung: kalkuliert mit der günstigsten Antwortart, genutzt wird die teuerste. Der zweite ist eine Einstellung mit Preisschild — die Tenant-Graph-Erdung bleibt an, und keiner hat die zehn Credits eingerechnet. Der dritte betrifft den Entwurf: Arbeit in Premium-Prompts verschieben, ohne den Satz zu kennen.
3:38 Und der vierte ist ein Hinweis, den man gleich am ersten Tag umsetzen sollte — im Admin Center lässt sich je Agent eine monatliche Obergrenze setzen. Das kostet fünf Minuten und erspart Überraschungen.
Ereignisgesteuerte Agents
3:50 Jetzt zu einem Muster, das die ganze Woche über im Hintergrund stand: ein Agent ohne Mensch im Gespräch. Bisher hat immer jemand gefragt. Ein ereignisgesteuerter Agent wird dagegen von einem Ereignis ausgelöst — eine Nachricht kommt an, ein Datensatz ändert sich, eine Zeit läuft ab. Copilot Studio kennt dafür eine ganze Reihe von Auslösern: eingehende Nachricht, Clientereignis, beliebige Aktivität, Änderung am Gespräch, Untätigkeit.
4:18 Und im generativen Modus zwei besondere — ein fertiger Plan und eine erzeugte Antwort. Damit lässt sich viel bauen. Und genau deshalb lohnt sich die Frage, was man dabei aus der Hand gibt. Diese vier Felder sind die Prüfliste, bevor ein Auslöser scharf geschaltet wird. Der Auslöser selbst — welches Ereignis genau, und wie oft tritt es auf?
4:40 Die Häufigkeit ist die Frage, die am meisten kostet. Dann die Rechte: Mit wessen Berechtigung handelt der Agent, wenn niemand angemeldet ist? Die Grenze: Was darf er ohne Menschen entscheiden? Und der Nachweis: Woran ist später erkennbar, was er getan hat? Wer diese vier beantwortet hat, kann so einen Agenten verantworten. Vorher nicht.
5:02 Der erste Punkt ist der entscheidende: Im Gespräch merkt die nutzende Person, wenn der Agent falsch liegt — sie ist die letzte Prüfinstanz, ohne dass es jemand so geplant hätte. Fällt sie weg, fehlt diese Instanz ersatzlos. Deshalb gehören schreibende Aktionen dann an eine menschliche Freigabe im Flow. Administratoren können Auslöser zusätzlich über Datenrichtlinien steuern.
5:23 Und der letzte Punkt ist ein Betriebsdetail mit Tücke: Eine Auswertung entsteht nur für erfolgreich ausgelöste Läufe. Der erste Punkt ist ein Kostenrisiko: Der Auslöser feuert häufiger als angenommen und frisst die Kapazität — bei einem Ereignis, das man täglich erwartet und das stündlich eintritt, geht das schnell. Der zweite betrifft die Reihenfolge mehrerer Auslöser, die sich steuern lässt, wenn man daran denkt. Der dritte ist die fehlende Notbremse.
5:50 Und der vierte ist der unsichtbare Fehler, der aus der Definition folgt: Scheitert der Auslöser selbst, entsteht keine Sitzung — in der Auswertung sieht das aus, als wäre nichts gewesen.
Computer Use und Zusammenarbeit zwischen Agents
6:00 Und jetzt der Ausweg für Systeme, die keine Schnittstelle haben. Davon gibt es in jedem gewachsenen Unternehmen mehr, als man zugeben möchte — und für die war bisher jede Automatisierung Handarbeit. Computer Use lässt einen Agenten eine Oberfläche bedienen — Schaltflächen anklicken, Menüs wählen, Felder füllen, auf einem eingerichteten Windows-Rechner.
6:22 Salopp gesagt: Der Agent bekommt Maus und Tastatur. Das ist beeindruckend und der Rettungsanker für alte Fachanwendungen ohne Schnittstelle. Zwei Angaben gehören zur Einordnung: Es setzt generative Orchestrierung voraus, und es rechnet je Schritt ab — fünf Copilot Credits, mit einem Premium-Modell fünfzehn. Ein Lauf mit zwanzig Schritten ist also kein Kleingeld mehr.
6:44 Fünf Einstellungen, und die Reihenfolge entspricht ihrer Wirksamkeit. Ein eigener, abgegrenzter Rechner ist die Grundlage — nicht der Arbeitsplatz von jemandem. Die Zugangsdatenfrage kennen Sie von Mittwoch, mit derselben Warnung: Wer geteilt hat, handelt für alle. Die Zugriffssteuerung begrenzt Websites und Anwendungen.
7:04 Die HTTPS-Pflicht ist schnell gesetzt. Und die menschliche Aufsicht per Mail ist die Antwort auf das Risiko von gestern — verdächtige Aufforderungen auf einer Oberfläche. Die Fußzeile ist wichtig: Die Zugriffssteuerung verhindert Aktionen, nicht das Öffnen einer Seite. Drei Gründe, die zusammen erklären, warum Computer Use nicht der einfachste Weg ist, auch wenn er so aussieht.
7:27 Der Agent liest die Oberfläche und kann dort Aufforderungen vorfinden, die nicht von Ihnen stammen. Ein Lauf besteht aus vielen Schritten, und jeder kostet. Für Modelle außerhalb von Microsoft muss der Administrator den Zugang freigeben. Und der letzte Punkt weist auf das zweite Muster hin: Untergeordnete Agents orchestrieren eigenständig und bringen eigene Werkzeuge mit — das ist Ihr Ausweg, wenn ein Agent zu groß wird.
7:52 Der erste Punkt ist der, den ich am ehesten sehe: Computer Use ersetzt eine Schnittstelle, die es gibt — weil es schneller eingerichtet ist. Kurzfristig stimmt das sogar. Der zweite ist der Rechner, der nebenbei für anderes genutzt wird. Der dritte ist die Rechteeinstellung, die beim Teilen zur Sicherheitslücke wird. Und der vierte ist die Rechnung: Wer die Schrittzahl unterschätzt, unterschätzt die Kosten je Lauf — und Schritte gibt es bei Oberflächenbedienung reichlich.
Preview gegenüber allgemeiner Verfügbarkeit
8:19 Zum Schluss eine Frage, die bei diesem Produkt besonders zählt — und die in einem Jahr anders zu beantworten sein wird als heute. Genau deshalb gehört sie in jede Entscheidungsvorlage. Copilot Studio verändert sich laufend — im Wochentakt, nicht im Jahrestakt. Funktionen erscheinen als Vorschau, wechseln in die allgemeine Verfügbarkeit oder entfallen wieder.
8:40 Für eine Einführungsentscheidung zählt deshalb der Stand am Tag der Entscheidung. Und der gehört mit Datum festgehalten. Das klingt nach Formalie, ist aber der Unterschied zwischen einer Vorlage, die in drei Monaten noch lesbar ist, und einer, bei der niemand mehr weiß, worauf sie sich bezog. Eine Vorschaufunktion ist ein Versprechen ohne Zusage: Sie kann sich ändern oder wieder verschwinden.
9:04 Dazu kommt, dass Verfügbarkeit an Region, Harness und Lizenz hängt — dreimal „vielleicht" in einer Zeile. Abrechnungssätze und Bedingungen sind vor jeder Einführung erneut zu prüfen, das empfiehlt Microsoft selbst. Und der letzte Punkt ist die Konsequenz für Ihre Planung: Wer eine Vorschau einplant, plant eine Abhängigkeit ohne Zusage ein.
9:24 Das kann man tun — man sollte es nur wissen und aufschreiben. Fünf Schritte, die eine Vorlage überprüfbar machen. Status und Prüfdatum je Funktion. Vorschaufunktionen ausdrücklich kennzeichnen. Schritt drei ist der anspruchsvollste und wertvollste: für jede Vorschaufunktion einen Weg ohne sie beschreiben. Wenn es diesen Weg nicht gibt, wissen Sie jetzt, wo Ihr Risiko liegt. Schritt vier rechnet mit heutigen Sätzen, nicht mit erhofften.
9:51 Und Schritt fünf legt den nächsten Prüftermin fest, statt auf Auffälligkeiten zu warten. Der erste Punkt ist der riskanteste: Eine Vorschaufunktion trägt den Kern des Anwendungsfalls — dann steht und fällt das Vorhaben mit einer Entscheidung, die jemand anderes trifft. Der zweite ist der undatierte Stand, der sich später nicht einordnen lässt.
10:12 Der dritte ist die Annahme statt der Prüfung: Was es gibt, ist noch lange nicht im eigenen Tenant verfügbar. Und der vierte macht jede Kostenangabe wertlos — Zahlen ohne die Annahmen, auf denen sie beruhen.
Übung
10:24 Rechnen wir also aus, was der Lernlotse im Monat kostet. Sie werden sehen: Die Rechnung selbst ist einfach. Die Arbeit steckt darin, die Annahmen ehrlich aufzuschreiben. Die Personalentwicklung der Ankerfeld GmbH rechnet mit rund 400 Gesprächen im Monat: überwiegend Auskünfte, dazu etwa 60 Anfragen und 80 Statusabfragen.
10:45 Drei Anlässe also, mit völlig unterschiedlichem Verbrauch — die Auskunft ist günstig, die Statusabfrage ruft ein Werkzeug auf. Und eine Angabe macht die Rechnung realistisch: Ein Teil der Beschäftigten hat eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz, der größere Teil nicht. Genau diese Aufteilung entscheidet über das Ergebnis. Das Lernziel hat zwei Teile: den Verbrauch aus dem Entwurf herleiten und eine Ausbauentscheidung begründet vorbereiten.
11:14 Im Erfolgskriterium steht das Entscheidende: getrennt ausweisen. Gespräche, Antwortarten, Werkzeugaufrufe und Sätze einzeln — eine Gesamtzahl ohne Herleitung kann niemand prüfen und niemand fortschreiben. Und die Vorlage kennzeichnet Vorschaufunktionen. Wer früh fertig ist, rechnet zusätzlich einen Fall mit ereignisgesteuertem Auslöser durch. Der verhält sich nämlich ganz anders.
11:38 Schritt eins trennt die drei Anlässe — der Rest folgt fast von selbst. Schritt zwei zählt je Anlass Antwortarten und Werkzeugaufrufe. Schritt drei rechnet und schreibt die Annahmen daneben; das ist der Schritt, den man später am meisten schätzt. Schritt vier weist den Anteil lizenzierter Nutzender gesondert aus, weil er die Zahl deutlich verändert.
11:57 Und Schritt fünf macht aus der Rechnung einen Vorschlag — mit Nutzen, Kosten und dem Verfügbarkeitsstatus der Funktionen. Der erste Punkt ist das Durchschnittsgespräch, das es nicht gibt — ein Mittelwert aus Auskunft und Statusabfrage beschreibt keinen einzigen realen Fall. Der zweite ist die vergessene teuerste Zutat: die Werkzeugaufrufe. Der dritte ist der geratene Lizenzanteil; diese Zahl kann Ihnen die IT nennen, fragen Sie einfach.
12:23 Und der vierte macht die Vorlage angreifbar — eine Empfehlung ohne offengelegte Annahmen hält der ersten Rückfrage nicht stand. Im letzten Modul führen Sie dann alles zusammen.
Dieses Modul als Schulung für Ihr Team
Das Video zeigt den Stoff. In der Schulung arbeitet Ihr Team damit — an Ihrem eigenen Code, mit Übungen und mit den Fragen, die ein Video nicht beantwortet. Sie wählen die Module aus Microsoft Copilot Studio in der Praxis, wir bauen daraus ein Programm.
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