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Modul

Marketing und Omnichannel-Commerce

Modul 13 von 23 aus dem Seminar Shopify in der Praxis

5 Kapitel in diesem Modul-Video · Laufzeit

Für Teams

Die Videos zeigen, wie es geht. Die Schulung sorgt dafür, dass Ihr Team es danach tut.

Ein Video kann niemanden fragen, warum es ausgerechnet in Ihrem Repository nicht funktioniert. Es kann kein Team auf eine gemeinsame Konvention bringen. Und es setzt sich niemand freiwillig drei Tage hin. In der Schulung sind am Ende alle auf demselben Stand, gearbeitet wurde am eigenen Code, und die offenen Fragen sind entschieden — in ein paar Tagen statt irgendwann nebenbei.

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Transkript

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Marketing und Omnichannel-Commerce

0:00 Ein zusätzlicher Kanal ist kein zusätzlicher Umsatz. Er ist zuerst zusätzlicher Pflegeaufwand, der sich rechnen muss. Mit diesem nüchternen Satz starten wir in das Marketing-Modul — nicht, weil Kanäle schlecht wären, sondern weil die Entscheidung für einen Kanal eine betriebliche ist und keine kreative. Wir sehen uns an, wie eine Kampagne von Anlass bis Messung geplant wird, welche Automatisierungen sich lohnen, was beim Anbinden eines Kanals vorher geklärt sein muss — und wo die Messung ehrlicherweise aufhört.

Marketing und Omnichannel-Commerce

0:29 Willkommen zu Tag vier. Heute geht es um Wachstum: Marketing, Internationalisierung, B2B, Auswertung und Automatisierung. Wir starten mit Kampagnen und Rabattaktionen, gehen dann zu Segmenten und automatisierten Nachrichten — einem Bereich, in dem Fehler besonders schnell skalieren. Danach die Verkaufskanäle mit ihren je eigenen Ansprüchen an Produktdaten. Und zum Schluss die unbequeme Wahrheit über Attribution.

0:54 In der Übung entwerfen Sie eine Kampagne für die neue Homeoffice-Serie von Steglicht.

Kampagnen und Rabattaktionen

1:00 Beginnen wir mit der Kampagne. Und mit der Frage, die vor allen anderen steht: Woran werden wir merken, ob sie funktioniert hat? Im Shopify-Admin läuft Marketing über den Bereich Growth. Dort entstehen Kampagnen, E-Mail- und SMS-Marketing sowie Anmeldeformulare — und dort stehen auch die Kennzahlen dazu. Das ist praktisch, weil Planung und Messung an einem Ort liegen. Eine Kampagne selbst ist die Klammer um vier Dinge: Anlass, Zielgruppe, Inhalt und Messung.

1:29 Wenn eines davon fehlt, haben Sie keine Kampagne, sondern eine Aktion. Der Unterschied zeigt sich am Ende, wenn jemand fragt, was sie gebracht hat. Fünf Schritte, und der erste entscheidet über alles Weitere: Anlass und Ziel benennen, mit einer Kennzahl und einem Zeitraum. Dann das Segment bestimmen, das angesprochen werden soll — nicht alle, ein Segment.

1:51 Danach Landingpage und Rabattmechanik festlegen und aufeinander abstimmen; beides muss dasselbe versprechen. Dann die Kanäle wählen, auf denen dieses Segment überhaupt erreichbar ist. Und nach dem Zeitraum auswerten und das Ergebnis festhalten. Ohne vorher festgelegte Kennzahl endet jede Kampagne mit einer Meinung — und Meinungen gewinnt, wer lauter ist.

2:13 Eine Kampagne ist kein Marketing-Thema allein, sie berührt den ganzen Betrieb. Rabatte wirken auf die Marge und auf die Preisangabepflichten aus Modul zehn — der 30-Tage-Bestpreis gilt auch in der Aktionswoche. Landingpages konkurrieren mit Kollektionen um dieselben Suchbegriffe, ein Thema aus Modul sieben. Formulare erzeugen Daten, für die es einen Prozess braucht.

2:34 Und der vierte Punkt wird regelmäßig unterschätzt: Ein Ansturm trifft Bestände, Versand und Support gleichzeitig. Eine erfolgreiche Kampagne kann einen unvorbereiteten Betrieb ernsthaft in Schwierigkeiten bringen. Der erste Punkt ist ein Klassiker der Terminplanung: Der Rabattcode ist im Umlauf, bevor die Landingpage steht.

2:54 Der zweite ist der, der aus Erfolg Ärger macht: Die Aktion startet, ohne dass der Bestand sie trägt — und dann verkaufen Sie, was Sie nicht liefern können. Der dritte ist rechtlich relevant: Der reduzierte Preis wird beworben, ohne den 30-Tage-Bestpreis zu nennen. Und der vierte ist der, der Bilanzen ruiniert: Erfolg wird am Umsatz des Aktionstags gemessen, nicht an der Marge. Rabattaktionen erzeugen zuverlässig Umsatz.

3:20 Die Frage ist, was davon übrig bleibt.

Segmente und Automatisierung

3:23 Weiter mit Segmenten und automatisierten Nachrichten — und mit der Einsicht, dass Automatisierung Fehler nicht macht, sondern vervielfacht. Kundensegmente sind dynamische, regelbasierte Listen; sie aktualisieren sich selbst, wenn sich die Daten ändern — das kennen wir aus dem letzten Modul. Automatisierungen verschicken auf dieser Grundlage Nachrichten, und zwar ausgelöst von einem Ereignis statt von einem Termin.

3:48 Das ist der wesentliche Unterschied zum klassischen Newsletter: Nicht jeder bekommt am Dienstag dasselbe, sondern jeder bekommt etwas, wenn bei ihm etwas passiert ist. Richtig gemacht wirkt das aufmerksam. Falsch gemacht wirkt es übergriffig. Vier Anlässe, die sich bewährt haben. Nach der ersten Bestellung eine Einführung mit Pflegehinweisen und Kontaktweg — das senkt Rückfragen und Retouren.

4:11 Beim liegen gebliebenen Warenkorb eine Erinnerung mit dem konkreten Inhalt, nicht nur ein allgemeiner Hinweis. Nach längerer Zeit ohne Bestellung eine Rückgewinnung mit passendem Anlass. Und bei nachbestellbarem Verbrauchsmaterial ein Hinweis im passenden Abstand. Was alle vier verbindet, steht in der Fußzeile und ist keine Formalie: Jede dieser Nachrichten setzt eine gültige Einwilligung voraus.

4:35 Vier Gründe, die alle aus derselben Eigenschaft folgen: Automatisierung wirkt sofort und in der Breite. Eine falsch gesetzte Regel schreibt Tausende gleichzeitig an — und eine Korrektur kommt immer zu spät. Wer mehrfach dieselbe Nachricht erhält, meldet sich ab, und damit ist er dauerhaft weg. Ohne Ausschlussregel erhält auch Kundschaft mit offener Reklamation Werbung, was von allen möglichen Fehlern der peinlichste ist.

5:00 Und der vierte ist strukturell: Automatisierungen laufen weiter, wenn niemand mehr zuständig ist. Sie sind geduldig, und das ist nicht immer gut. Der erste Punkt ist der, der Kundschaft irritiert: Die Erinnerung geht raus, obwohl die Bestellung inzwischen erfolgt ist — weil die Automatisierung den späteren Kauf nicht prüft.

5:20 Der zweite ist eine Folge fehlender Übersicht: Segmente überschneiden sich, und dieselbe Person bekommt drei Mails an einem Tag. Der dritte ist rechtlich und technisch gleichermaßen ärgerlich: Die Abmeldung funktioniert nur in einer der Nachrichten. Und der vierte ist der, den wir schon kennen: Automatisierungen werden angelegt, aber nie auf ihre Wirkung geprüft.

Verkaufskanäle anbinden

5:41 Jetzt zu den Kanälen. Und zu der Frage, die vor jeder Anbindung stehen sollte: Was verlangt dieser Kanal von unseren Daten? Verkaufskanäle machen Produkte außerhalb des eigenen Shops verfügbar: soziale Netzwerke, Marktplätze, der Shop-Kanal, KI-Kanäle. Sie beziehen ihre Daten aus demselben Katalog — das ist die gute Nachricht, denn Sie pflegen einmal.

6:03 Die weniger gute: Jeder stellt eigene Anforderungen an Pflichtfelder und Bildformate. Ein Kanal, der die Hälfte Ihres Sortiments ablehnt, ist kein Kanalproblem, sondern ein Datenproblem. Damit sind wir wieder bei Modul drei — und Sie merken, wie oft wir dorthin zurückkehren. Vier Fragen, die zwanzig Minuten kosten und Monate sparen. Welche Pflichtfelder verlangt der Kanal, und führt der Katalog sie?

6:28 Wer beantwortet Rückfragen und Bewertungen auf diesem Kanal — denn sie kommen dort an, nicht in Ihrem Postfach. Wie werden Retouren aus diesem Kanal verarbeitet? Und trägt die Marge den zusätzlichen Aufwand? Diese vierte Frage beantwortet sich nie mit ja oder nein, sondern mit einer Rechnung. Wenn niemand sie aufstellt, wird der Kanal angebunden, weil er verfügbar ist.

6:52 Vier Arten mit vier Aufgaben. Soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und TikTok dienen der Entdeckung — dort sucht niemand, dort stolpert man. Marktplätze wie Google, Amazon und Temu bringen Reichweite und gnadenlosen Preisvergleich. Der Shop-Kanal bietet eine kuratierte Darstellung für Stammkundschaft. Und KI-Kanäle sorgen für Auffindbarkeit in Assistenten und Agenten — das Thema von Modul einundzwanzig.

7:17 Die Einteilung hilft bei der Erwartung: Ein Entdeckungskanal liefert selten sofort Umsatz, ein Marktplatz selten Markenbindung. Beides ist in Ordnung, solange man es vorher weiß. Der erste Punkt ist der häufigste Grund für tote Kanäle: Ein Kanal wird angebunden, weil er verfügbar ist, nicht weil er Kundschaft bringt. Der zweite ist die direkte Folge unzureichender Daten: Der Kanal lehnt die Hälfte des Sortiments ab — und dann steht dort ein zufälliger Ausschnitt Ihres Angebots.

7:46 Der dritte ist ein Zuständigkeitsloch mit öffentlicher Wirkung: Niemand beantwortet die Fragen, die auf dem Kanal eingehen. Und der vierte ist Trägheit: Der Kanal bleibt aktiv, nachdem die Kampagne dahinter beendet wurde — und veraltet vor Publikum.

Offline, Messbarkeit und Governance

8:01 Zum Abschluss der ehrliche Teil. Was lässt sich messen, was nicht — und was bedeutet Governance in einem Marketing, das über viele Kanäle läuft? Shopify POS verkauft im Ladengeschäft und synchronisiert Bestellungen und Bestände über Filialen, Onlineshop und weitere aktive Kanäle. Damit fällt die technische Trennung zwischen online und offline — ein echter Fortschritt für die Bestandsführung. Die Messung wird dadurch allerdings nicht einfacher, im Gegenteil.

8:28 Denn jetzt haben Sie einen durchgehenden Bestand, aber immer noch keine durchgehende Sicht auf den Weg der Kundschaft. Das eine ist ein Datenproblem, das andere ein prinzipielles. Vier Grenzen, die man kennen sollte, bevor man Zahlen interpretiert. Ein Kauf im Laden nach einer Onlinesuche taucht in keiner Kampagne auf — und das ist im Möbel- und Büromöbelhandel eher die Regel als die Ausnahme.

8:51 Einwilligungspflichtiges Tracking erfasst nur einen Teil der Besuche, und der Anteil schwankt. Mehrere Kanäle beanspruchen denselben Abschluss für sich, weshalb die Summe der Kanalerfolge oft den Gesamtumsatz übersteigt. Und Kennzahlen ohne Zielwert erzeugen Aktivität statt Entscheidungen. Das ist keine Resignation — es ist die Voraussetzung für ehrliche Auswertung.

9:13 Vier Gegenstände, vier Festlegungen. Bei Produktfeeds: wer pflegt sie, wie oft, mit welchen Pflichtfeldern. Bei Kampagnen: wer gibt frei, wer misst, wer beendet — besonders das Beenden fehlt fast immer. Bei Rabatten: Obergrenze, Laufzeit, Kombinierbarkeit; das schließt an Modul neun an. Und bei Kanälen: ein Prüftermin, an dem entschieden wird, ob ein Kanal abgeschaltet wird. Dieser letzte Punkt ist der wirksamste, weil er als einziger etwas wegnimmt.

9:43 Alles andere fügt hinzu, und ein Marketing, das nur hinzufügt, erstickt irgendwann an sich selbst. Der erste Punkt ist in gewachsenen Shops die Regel: Der Feed läuft auf einem alten Stand, weil niemand ihn verantwortet — und Sie bewerben Produkte, die es nicht mehr gibt. Der zweite kostet Erkenntnis: POS und Onlineshop führen getrennte Kundendaten, obwohl es dieselben Menschen sind.

10:07 Der dritte ist Verschwendung mit Ansage: Kampagnen enden ohne Auswertung und laufen im Hintergrund weiter. Und der vierte ist der, den Sie in jeder Sitzung erleben werden: Jeder Kanal meldet Erfolg, und die Summe übersteigt den tatsächlichen Umsatz.

Übung

10:22 Jetzt entwerfen Sie eine Kampagne — vollständig, von der Zielgruppe bis zu der Zahl, an der Sie sich messen lassen. Steglicht bringt eine Homeoffice-Serie auf den Markt: Schreibtisch, Stuhl, Leuchte und Akustikelement als aufeinander abgestimmte Gruppe. Zielgruppe sind Bestandskundinnen und -kunden, die bisher Einzelstücke gekauft haben.

10:42 Das ist bewusst so gewählt, denn es ist die anspruchsvollere Aufgabe: Bestandskundschaft kennt Sie bereits, sie ist nicht durch Neuheit zu gewinnen. Sie brauchen ein Argument, warum die Serie mehr ist als vier Produkte, die zufällig zusammen angeboten werden. Das Lernziel: Eine Kampagne so planen, dass ihr Erfolg vor dem Start definiert ist und nach dem Ende beurteilt werden kann. Beides gehört zusammen.

11:05 Erfolgreich sind Sie, wenn Segment, Landingpage, Rabattmechanik, Kanalauswahl und eine Kennzahl mit Zielwert und Zeitraum vorliegen — und wenn Sie die Grenzen der Messung ausdrücklich benennen. Diese letzte Anforderung ist ungewöhnlich und trotzdem wichtig: Wer vorher sagt, was er nicht messen kann, wird hinterher nicht dafür verantwortlich gemacht.

11:25 Wer früh fertig ist, plant die Abschaltung der Aktion mit. Bilden Sie zuerst das Segment und begründen Sie, warum gerade dieses. Skizzieren Sie dann die Landingpage und grenzen Sie sie gegen bestehende Kollektionen ab — sonst konkurrieren Sie mit sich selbst. Wählen Sie die Rabattmechanik und legen Sie ihre Kombinierbarkeit fest; erinnern Sie sich an Modul neun. Wählen Sie Kanäle und schätzen Sie den Pflegeaufwand je Kanal.

11:50 Und halten Sie zum Schluss Kennzahl, Zielwert, Zeitraum und Messgrenzen fest. Diese vier Angaben passen auf eine Karteikarte — und genau dort sollten sie stehen. Der erste Punkt ist die häufigste Schwäche jeder Kampagne: Das Segment umfasst alle, weil eine Eingrenzung Reichweite kostet. Reichweite ist aber nicht das Ziel.

12:09 Der zweite ist der Doppelaufwand, den wir aus Modul fünf und sieben kennen: Die Landingpage dupliziert eine bestehende Kollektion. Der dritte ist der Preisunfall: Der Rabatt kombiniert sich ungeplant mit einer laufenden Aktion. Und der vierte ist die falsche Kennzahl: Umsatz wird gewählt, obwohl die eigentliche Frage die Marge ist.

12:28 Fragen Sie sich, welche Zahl Sie im Zweifel eine Entscheidung treffen lässt.

Dieses Modul als Schulung für Ihr Team

Das Video zeigt den Stoff. In der Schulung arbeitet Ihr Team damit — an Ihrem eigenen Code, mit Übungen und mit den Fragen, die ein Video nicht beantwortet. Sie wählen die Module aus Shopify in der Praxis, wir bauen daraus ein Programm.

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