Start / Seminare / Shopify in der Praxis

Modul

Shopify Markets und Internationalisierung

Modul 14 von 23 aus dem Seminar Shopify in der Praxis

5 Kapitel in diesem Modul-Video · Laufzeit

Für Teams

Die Videos zeigen, wie es geht. Die Schulung sorgt dafür, dass Ihr Team es danach tut.

Ein Video kann niemanden fragen, warum es ausgerechnet in Ihrem Repository nicht funktioniert. Es kann kein Team auf eine gemeinsame Konvention bringen. Und es setzt sich niemand freiwillig drei Tage hin. In der Schulung sind am Ende alle auf demselben Stand, gearbeitet wurde am eigenen Code, und die offenen Fragen sind entschieden — in ein paar Tagen statt irgendwann nebenbei.

Vorgespräch am Telefon · Programm nach Maß · ab 1 Tag (8 Unterrichtseinheiten) · Teilnahmezertifikat

Schulung anfragen So läuft eine Schulung ab

Vertonung mit synthetischer Stimme · Inhalte redaktionell verantwortet · © 2026 HECKER CONSULTING, alle Rechte vorbehalten

Transkript

Der gesprochene Text dieses Moduls zum Mitlesen, Überfliegen und Durchsuchen. Ein Klick auf einen Zeitstempel springt an die Stelle im Video.

Shopify Markets und Internationalisierung

0:00 Ein zweites Land ist kein übersetzter Shop. Es sind eigene Preise, eigene Steuern, eigene Erwartungen an die Zahlung — und vor allem ein eigener Betrieb. Shopify macht die technische Seite bemerkenswert einfach; einen Markt anzulegen dauert Minuten. Genau deshalb lohnt sich dieses Modul: Wir sehen uns an, welche Entscheidungen sich nicht mehr zurücknehmen lassen, warum Übersetzungen altern, wann Umrechnen keine Preisstrategie ist — und was es wirklich kostet, den zweiten Markt zu betreiben statt nur zu eröffnen.

Shopify Markets und Internationalisierung

0:30 Vier Kapitel. Zuerst die Struktur der Märkte, mit zwei Festlegungen, die dauerhaft sind. Dann Sprachen, Domains und Inhalte — inklusive der Grenzen, wie viele Sprachen überhaupt möglich sind. Danach Preise, Währungen und die Darstellung der Steuern je Markt. Und zum Schluss Sortiment, Versand und der kontrollierte Rollout, also die Frage, wie man einen Markt eröffnet, ohne sich zu übernehmen.

0:54 In der Übung öffnet Steglicht die Niederlande — mit reduziertem Sortiment und einem Abbruchkriterium.

Märkte strukturieren

1:00 Beginnen wir mit der Struktur. Ein Primärmarkt, beliebig viele daneben — und zwei Dinge, die Sie vorher wissen sollten. Ein Markt bündelt die Einstellungen für ein Land oder eine Region. Der Primärmarkt ist das Hauptland, in das verkauft wird, und er liefert die Standarderfahrung des Shops. Drei Eigenschaften machen ihn besonders: Er enthält genau ein Land, er lässt sich nicht löschen, und er übernimmt automatisch alle Änderungen an den Standardeinstellungen.

1:28 Die erste Eigenschaft überrascht regelmäßig — wer Europa als Primärmarkt plant, muss umdenken. Der Primärmarkt ist ein Land, nicht ein Sammelbegriff. Diese Liste zeigt, wie weit die Lokalisierung reicht — weiter, als die meisten erwarten. Währung, Katalog und Preise, Domain und Sprache, Checkout und Kundenkonten, Steuern und Zölle, Versandoptionen.

1:49 Das heißt: Ein Markt ist praktisch ein eigener Shop mit gemeinsamem Kern. Eine Einschränkung steht in der Fußzeile und ist im Detail wichtig: In Teilregionen eines Marktes lassen sich nur die Versandoptionen anpassen. Wer also für eine Region innerhalb eines Marktes eigene Preise plant, plant etwas, das so nicht vorgesehen ist.

2:10 Zwei Punkte, die man vor dem ersten Markt kennen muss. Erstens: Ein gelöschter Markt lässt sich nicht wiederherstellen — mit ihm sind seine Einstellungen weg. Das ist besonders unangenehm bei Testmärkten, die man mal eben anlegt. Zweitens: Ein Markt mit Unterverzeichnis kann nicht zum Primärmarkt werden. Der Grund ist die Adresse — das Unterverzeichnis kollidiert mit der Hauptadresse. Beides zusammen heißt: Die Marktstruktur gehört vor die erste Adressentscheidung, nicht danach.

2:39 Das ist unbequem, weil Adressen meist zuerst diskutiert werden. Der erste Punkt ist die direkte Folge: Der zweite Markt wird angelegt, bevor die Adressstruktur entschieden ist. Der zweite ist der Denkfehler mit Europa: Der Primärmarkt wird als Sammelmarkt gedacht, trägt aber ein Land. Der dritte ist der, vor dem ich ausdrücklich warnen möchte: Ein Testmarkt wird gelöscht, und mit ihm die Einstellungen — Sie bauen dann alles neu.

3:05 Und der vierte ist eine Fleißaufgabe, die gern entfällt: Geolocation wird aktiviert, ohne dass jemand die automatische Umschaltung selbst ausprobiert.

Sprachen, Domains und Inhalte

3:14 Weiter mit der Sprache. Und mit der Erkenntnis, dass Übersetzen keine einmalige Lieferung ist, sondern eine laufende Aufgabe. Ein Shop kann bis zu zwanzig Sprachen veröffentlichen, mit Shopify Plus bis zu dreißig. Wichtig ist die Arbeitsteilung dahinter: Checkout und vorgefertigte Themes liefert Shopify in dreiunddreißig Sprachen professionell übersetzt — das ist erheblich, denn gerade der Checkout ist der heikelste Text.

3:40 Produktinhalte dagegen übersetzt der Shop selbst, entweder mit eigenen Übersetzungen, mit der App Translate & Adapt oder mit einem Dienstleister. Die Grenze verläuft also zwischen Plattformtexten und Ihren Texten. Drei Muster, und die Wahl hat Folgen weit über die Optik hinaus. Unterverzeichnisse wie slash de und slash fr sind der einfachste Weg — mit der Einschränkung aus Kapitel eins, dass ein solcher Markt nicht Primärmarkt werden kann.

4:06 Subdomains trennen stärker. Und eigene Länderdomains sind der aufwendigste, aber in manchen Märkten erwartete Weg. Was in allen Fällen automatisch passiert, steht in der Fußzeile: Jede Sprache erhält eigene Adressen samt Sprachkürzel und hreflang-Auszeichnung — also genau das, was wir in Modul sieben als Pflicht kennengelernt haben.

4:25 Vier Gründe, die sich im Betrieb summieren. Ändert sich der Ausgangstext, markiert Shopify die Übersetzung als veraltet — das ist eine hilfreiche Funktion und zugleich eine Aufgabenliste, die niemand bestellt hat. Neue Produkte erscheinen zunächst nur in der Ausgangssprache. Metafelder und Kollektionstexte werden beim Übersetzen gern vergessen, weil man an die Produktbeschreibung denkt und nicht an die Attributwerte.

4:49 Und Benachrichtigungen und E-Mails gehören ebenfalls lokalisiert — sie sind das, was nach dem Kauf ankommt. Der erste Punkt ist die häufigste Ungeduld: Eine Sprache wird veröffentlicht, bevor die Produkttexte übersetzt sind — dann steht der Shop halb in der einen, halb in der anderen Sprache da. Der zweite ist der Dauerzustand vieler mehrsprachiger Shops: Als veraltet markierte Übersetzungen bleiben monatelang stehen.

5:13 Der dritte ist ein Qualitätsrisiko: Die Übersetzung wird maschinell erzeugt und nie fachlich geprüft — bei Maßangaben und Materialien wird das schnell falsch. Und der vierte ist der stille: Die Sprache steht, die Bestellbestätigung kommt weiter auf Deutsch.

Preise, Währungen und Steuern je Markt

5:28 Jetzt zum Preis. Und zu einem Satz, den man sich merken sollte: Umrechnen ist keine Preisstrategie. Je Markt lassen sich Währung, Preise und die Darstellung der Steuern festlegen. Ein umgerechneter Preis ist dabei nur der Ausgangspunkt, nicht das Ergebnis. Denn Kaufkraft, Wettbewerb und die erwartete Darstellung unterscheiden sich von Land zu Land — und zwar erheblich.

5:51 Derselbe Bürostuhl kann in zwei Nachbarländern sinnvollerweise unterschiedlich viel kosten. Die Technik nimmt Ihnen diese Entscheidung nicht ab. Sie stellt nur sicher, dass Sie die Entscheidung, wenn Sie sie treffen, auch umsetzen können. Vier Punkte. Die Darstellung steuerinklusive oder exklusive folgt der Erwartung im Zielland — in Deutschland erwarten Verbraucher Bruttopreise, anderswo ist es anders.

6:15 Rundungen entscheiden über Preise, die glaubwürdig wirken; ein umgerechneter Preis von siebenundachtzig Komma drei zwei wirkt wie ein Rechenergebnis, weil er eines ist. Zölle und Einfuhrabgaben verändern den Endbetrag spürbar. Und wer diese Abgaben übernimmt, muss sie einrechnen — das ist dann keine Servicegeste mehr, sondern ein Kalkulationsposten.

6:36 Diese Gegenüberstellung ist eine Abwägung zwischen Aufwand und Kontrolle. Links die Umrechnung: ein Preis, automatisch umgerechnet, schnell eingerichtet — aber der Wechselkurs schlägt durch, und Rundungen wirken zufällig. Rechts die eigene Preisliste: je Markt gepflegte Preise, Aufwand bei jeder Änderung, dafür bleibt das Preisbild stabil und die Preispunkte sind bewusst gesetzt.

6:59 Für den Start ist links oft vertretbar. Für einen Markt, der wirklich wachsen soll, führt kaum ein Weg an rechts vorbei — spätestens wenn Wiederkäufer Preisschwankungen bemerken. Der erste Punkt ist ein Darstellungsfehler mit rechtlicher Dimension: Bruttopreise werden in ein Land mit Nettodarstellung übernommen — oder umgekehrt.

7:18 Der zweite ist der Vertrauensverlust bei Stammkundschaft: Der Preis schwankt mit dem Wechselkurs, und wer im Frühjahr gekauft hat, wundert sich im Herbst. Der dritte ist der ärgerlichste für die Kundschaft: Zölle bleiben unerwähnt und erscheinen erst beim Zusteller. Und der vierte ist ein Compliance-Risiko: Steuerregistrierungen fehlen, obwohl der Markt bereits offen ist — der Verkauf läuft, die Anmeldung nicht.

Sortiment, Versand und Rollout

7:41 Zum Abschluss die betriebliche Seite. Öffnen ist leicht — betreiben ist die eigentliche Entscheidung. Ein Markt ist erst dann offen, wenn Sortiment, Versandwege, Zahlungsarten, Rechtstexte und Support dafür bereitstehen. Fünf Dinge, von denen die Technik zwei liefert. Managed Markets nimmt Teile dieser Arbeit ab — Zölle, Steuern und Compliance — und ist regional verfügbar; zuletzt wurde es auf Großbritannien und Kanada ausgeweitet.

8:08 Ob es für Ihr Zielland gilt, gehört zur Vorabprüfung. Und selbst dann bleiben Support und Sortimentspflege bei Ihnen. Das sind erfahrungsgemäß die Posten, die den Markt tragen oder eben nicht. Fünf Schritte. Legen Sie das Sortiment fest, das in diesem Markt verkauft werden darf — und das ist selten das ganze. Klären Sie Versandwege, Laufzeiten und Abgaben je Produktgruppe.

8:32 Ergänzen Sie die Zahlungsarten, die im Zielland erwartet werden; das ist einer der unterschätztesten Conversion-Faktoren im Ausland. Lassen Sie Rechtstexte und Pflichtangaben für das Zielland prüfen. Und starten Sie begrenzt, messen Sie, und weiten Sie erst danach aus. Ein Rollout ohne Abbruchkriterium ist keine Entscheidung, sondern eine Hoffnung.

8:53 Vier Kostenblöcke, die in keiner Plattformrechnung stehen. Support in einer weiteren Sprache und Zeitzone — das ist meist der größte. Retouren über die Grenze, mit eigenen Wegen und Kosten. Die Pflege der Übersetzungen bei jeder Sortimentsänderung, also dauerhaft. Und steuerliche Pflichten, die mit dem Umsatz entstehen und nicht mit der Eröffnung.

9:14 Diese vier zusammen entscheiden, ob ein zweiter Markt sich lohnt — nicht die Frage, ob man ihn technisch einrichten kann. Die Antwort auf diese zweite Frage lautet fast immer ja. Der erste Punkt ist der, der nach vier Wochen auffällt: Der Markt wird eröffnet, Retouren aus dem Ausland sind aber ungeklärt. Dann liegt die erste Rücksendung im Raum und niemand weiß wohin.

9:37 Der zweite ist eine unsichtbare Conversion-Bremse: Lokale Zahlungsarten fehlen, und die Abbruchquote bleibt unerklärt. Der dritte ist Bequemlichkeit mit Folgen: Das ganze Sortiment wird freigegeben, auch nicht lieferbare Ware. Und der vierte ist der, den Kapitel vier durchzieht: Der Start hat kein Ende — niemand hat festgelegt, wann abgebrochen wird.

Übung

9:58 Jetzt öffnet Steglicht einen zweiten Markt. Und Ihre Aufgabe ist weniger die Einrichtung als die Frage, was danach passiert. Steglicht will in die Niederlande verkaufen: Sprache Niederländisch, Währung Euro, ein reduziertes Sortiment ohne Speditionsware — und eine Preisstrategie, die nicht einfach die deutschen Preise übernimmt.

10:18 Die Währung ist bewusst gleich, damit Sie sich auf die anderen Fragen konzentrieren können. Und das reduzierte Sortiment ist kein Zufall: Ohne funktionierenden Speditionsweg gehören Schreibtische nicht ins Angebot. Genau solche Abgrenzungen sind die eigentliche Arbeit bei einer Markteröffnung. Das Lernziel: Einen internationalen Markt entlang seiner betrieblichen Folgen planen statt entlang der Einstellungen im Admin.

10:42 Die Einstellungen sind in zwanzig Minuten gemacht — die Folgen tragen Sie jahrelang. Erfolgreich sind Sie, wenn Adressmuster, Sprachplan, Preisstrategie, Sortimentsabgrenzung und Versandregeln vorliegen, dazu ein Rollout mit Startumfang und Abbruchkriterium. Und wer früh fertig ist, plant die Pflege der Übersetzungen als wiederkehrende Aufgabe ein — mit Takt und Verantwortlichem, nicht als guten Vorsatz.

11:06 Wählen Sie zuerst das Adressmuster und prüfen Sie die Folgen für den Primärmarkt — erinnern Sie sich an die Einschränkung mit dem Unterverzeichnis. Legen Sie dann die Sprachen fest und bestimmen Sie, wer was übersetzt. Entscheiden Sie die Preisstrategie und rechnen Sie sie an drei Produkten durch; erst dabei merkt man, ob sie trägt. Grenzen Sie Sortiment und Versandwege ab.

11:28 Und legen Sie den Rollout fest: Startumfang, Messgröße, Abbruchkriterium. Drei Angaben, die Sie später vor einer teuren Verlängerung schützen. Der erste Punkt ist der teuerste Strukturfehler: Das Unterverzeichnis wird gewählt, ohne den Primärmarkt mitzudenken. Der zweite ist der Klassiker aus Kapitel drei: Die Preise werden umgerechnet und danach nie wieder angesehen.

11:50 Der dritte ist ein Widerspruch, der in fast jeder ersten Fassung steht: Speditionsware bleibt im Sortiment, obwohl kein Versandweg existiert. Und der vierte ist der, der aus einer Markteröffnung ein Dauerprojekt macht: Der Rollout hat einen Start, aber keine Bedingung für den Rückzug. Schreiben Sie diese Bedingung auf, solange es leichtfällt.

Dieses Modul als Schulung für Ihr Team

Das Video zeigt den Stoff. In der Schulung arbeitet Ihr Team damit — an Ihrem eigenen Code, mit Übungen und mit den Fragen, die ein Video nicht beantwortet. Sie wählen die Module aus Shopify in der Praxis, wir bauen daraus ein Programm.

5 Tage·ab 900 EUR netto pro Tag (bis 3 Teilnehmende) ·Termin nach Vereinbarung

Als Team-Schulung anfragenWie eine Schulung abläuft →