Start / Seminare / Shopify in der Praxis
Modul
Warenkorb und Checkout
Modul 9 von 23 aus dem Seminar Shopify in der Praxis
5 Kapitel in diesem Modul-Video · Laufzeit
Für Teams
Die Videos zeigen, wie es geht. Die Schulung sorgt dafür, dass Ihr Team es danach tut.
Ein Video kann niemanden fragen, warum es ausgerechnet in Ihrem Repository nicht funktioniert. Es kann kein Team auf eine gemeinsame Konvention bringen. Und es setzt sich niemand freiwillig drei Tage hin. In der Schulung sind am Ende alle auf demselben Stand, gearbeitet wurde am eigenen Code, und die offenen Fragen sind entschieden — in ein paar Tagen statt irgendwann nebenbei.
Vorgespräch am Telefon · Programm nach Maß · ab 1 Tag (8 Unterrichtseinheiten) · Teilnahmezertifikat
Transkript
Der gesprochene Text dieses Moduls zum Mitlesen, Überfliegen und Durchsuchen. Ein Klick auf einen Zeitstempel springt an die Stelle im Video.
Warenkorb und Checkout
0:00 Der Checkout ist der Teil von Shopify, den Sie am wenigsten verändern können. Für viele klingt das nach einer Einschränkung — tatsächlich ist es der Grund, warum er zuverlässig funktioniert, warum er in jedem Land und auf jedem Gerät läuft und warum Shopify ihn ständig verbessern kann, ohne Ihren Shop zu zerbrechen. In diesem Modul sehen wir uns an, was Sie gestalten können, wie Erweiterungen sauber ansetzen, welche Tarifgrenzen dabei gelten und was passiert, nachdem die Bestellung abgeschickt ist.
Warenkorb und Checkout
0:27 Willkommen zu Tag drei. Heute geht es um die Abwicklung: Checkout, Zahlungen, Steuern, Versand und den täglichen Betrieb. Wir starten beim Warenkorb, der zum Theme gehört und deshalb gestaltbar ist, und arbeiten uns zum Checkout vor, der zum Kern gehört und deshalb nur über definierte Punkte erweitert wird. Dazwischen liegen Rabatte und Gutscheine — ein Thema, das harmloser aussieht, als es ist. Und am Ende die Zeit nach der Bestellung, die in Projekten regelmäßig vergessen wird.
Warenkorb und Express-Checkout
0:56 Beginnen wir beim Warenkorb. Und bei einer Grenze, die man kennen muss: Hier endet Ihr Theme, und dort beginnt der Kern der Plattform. Der Warenkorb ist Teil des Themes und damit gestaltbar — Sie bestimmen, was dort steht und wie es aussieht. Der Checkout dahinter gehört zum Kern. Diese Grenze erklärt viele Projektdiskussionen, die sonst im Kreis laufen.
1:18 Dazu kommen Express-Wege wie Shop Pay: Sie überspringen Teile der Eingabe, indem sie bereits hinterlegte Daten der Kundschaft nutzen. Für die Kundschaft ist das ein echter Gewinn an Bequemlichkeit. Für Sie heißt es: Der Weg zur Bestellung ist nicht mehr einer, sondern zwei — und beide müssen funktionieren. Vier Aufgaben. Er zeigt, was bestellt wird, mit Variante, Menge und Preis — klingt trivial, scheitert aber regelmäßig an fehlenden Variantenangaben.
1:45 Er nennt Versandkosten und Lieferzeit, bevor der Checkout beginnt; das ist der wichtigste Punkt, denn unerwartete Kosten sind der häufigste Abbruchgrund überhaupt. Er führt zurück ins Sortiment, ohne den Inhalt zu verlieren. Und er bietet beide Wege an: Express und regulär. Wer nur den Express-Knopf zeigt, verliert alle, die ihm nicht trauen — und das sind mehr, als man denkt.
2:09 Vier Stationen, und der Übergang zwischen der zweiten und dritten ist der interessante. Bis zum Warenkorb sind Sie in Ihrem Theme und können alles gestalten. Ab dem Checkout sind Sie im Kern und arbeiten mit definierten Erweiterungspunkten. Das ist keine willkürliche Grenze: Der Checkout verarbeitet Zahlungsdaten, unterliegt Sicherheitsanforderungen und wird laufend verbessert.
2:30 Für die Projektplanung heißt das ganz praktisch: Jede Anforderung, die hinter dieser Linie liegt, folgt anderen Regeln — und manchmal anderen Tarifen. Der erste Punkt ist eine Gestaltungsentscheidung mit direkten Folgen: Der Express-Knopf steht allein, der reguläre Weg ist schwer zu finden. Wer kein Konto beim Express-Anbieter hat, fühlt sich ausgeschlossen. Der zweite ist der Abbruchgrund Nummer eins: Versandkosten erscheinen erst im Checkout.
2:56 Der dritte ist ein Detail mit Ärgerpotenzial — der Cart Drawer schließt und verliert dabei die Position im Sortiment. Und der vierte schließt an Modul acht an: Der Warenkorb wird gestaltet, aber nie mit der Tastatur bedient.
Rabatte, Gutscheine und Geschenkkarten
3:10 Weiter mit einem Thema, das im Marketing beginnt und in der Buchhaltung endet — und dazwischen überraschend viele Fallen hat. Drei Mechaniken, die gern verwechselt werden. Rabattcodes werden eingegeben; automatische Rabatte greifen ohne Code, sobald ihre Bedingung erfüllt ist. Ob mehrere gleichzeitig wirken, hängt an der Kombinierbarkeit, und die wird je Rabatt festgelegt — das ist der Schalter, den man kennen muss.
3:34 Und dann die Geschenkkarte, die etwas grundsätzlich anderes ist: kein Rabatt, sondern ein Zahlungsmittel. Diese Unterscheidung klingt akademisch, wird aber sehr konkret, sobald die Buchhaltung die Zahlen sieht. Diese Zuordnung spart Diskussionen. Der Rabattcode passt zu Kampagne, Newsletter und Wiedergutmachung — überall dort, wo eine bestimmte Person etwas bekommen soll.
3:57 Der automatische Rabatt passt zu Staffel, Aktion und Warenkorbschwelle, also zu Regeln, die für alle gelten. Die Geschenkkarte ist Zahlungsmittel und eignet sich als Guthaben nach einer Retoure. Und der Mengenrabatt passt zu wiederkehrenden Bestellungen und Geschäftskunden — was uns in Modul fünfzehn wieder begegnet. Die Kombinierbarkeit wird je Rabatt gesetzt, und ungeprüft ist sie eine verlässliche Fehlerquelle.
4:22 Vier Gründe, und der erste ist der teuerste: Zwei Aktionen ohne geklärte Kombinierbarkeit ergeben Preise, die niemand geplant hat — und die Sie einhalten müssen, wenn sie einmal im Shop stehen. Ein Code ohne Laufzeit bleibt im Umlauf, lange nach der Kampagne; solche Codes finden sich zuverlässig auf Schnäppchenseiten wieder.
4:40 Rabatte wirken auf die Marge, nicht nur auf die Conversion — der Umsatz steigt, das Ergebnis nicht unbedingt. Und Preisangaberegeln gelten auch für reduzierte Preise; was das konkret heißt, sehen wir im nächsten Modul. Der erste Punkt ist der, den man erst in der Auswertung sieht: Zwei automatische Rabatte greifen gleichzeitig, und niemand hatte es geprüft.
5:01 Der zweite ist der Klassiker mit den ewigen Codes — ohne Nutzungsgrenze angelegt, irgendwann im Netz. Der dritte verfälscht Ihre Zahlen: Die Geschenkkarte wird als Rabatt gebucht und verzerrt die Auswertung; buchhalterisch ist sie ohnehin kein Erlös, wie wir gleich sehen. Und der vierte ist schlichte Hygiene: Nach der Kampagne prüft niemand, welche Codes noch aktiv sind. Ein Termin im Kalender reicht.
Checkout konfigurieren und erweitern
5:25 Jetzt zum Kern selbst. Vier Erweiterungswege — und eine Geschichte darüber, warum es sie in dieser Form gibt. Der Checkout wird über vier Wege erweitert. Checkout UI Extensions verändern die Oberfläche, Shopify Functions die serverseitige Logik, Web Pixels erfassen Ereignisse für das Tracking, Payments Extensions binden eigene Zahlungsabwicklung ein.
5:47 Was nicht mehr geht: direkte Eingriffe in checkout.liquid für die Schritte Information, Versand und Zahlung — die werden nicht mehr unterstützt. Das ist der entscheidende Unterschied zu früher. Wer aus einem älteren Shop kommt, muss hier umlernen, und zwar nicht ein bisschen, sondern grundsätzlich. Die rechte Spalte hilft bei der Zuordnung. UI Extensions tragen Felder, Hinweise, Angebote und Adressvervollständigung — alles, was man sieht.
6:14 Shopify Functions tragen Rabatte, Zahlungs- und Lieferoptionen und Validierung — alles, was entschieden wird. Web Pixels tragen kontrolliertes Tracking, und das Wort kontrolliert ist hier wichtig, weil es die Einwilligung einschließt. Payments Extensions tragen eigene Zahlungsabwicklung. Ein oft übersehener Punkt steht in der Fußzeile: Functions decken auch Bestellrouting und Bundle-Logik ab — serverseitig, nicht im Browser.
6:39 Das ist ein erheblicher Unterschied bei Sicherheit und Zuverlässigkeit. Hier lohnt ein Blick zurück. Shopify Scripts waren der alte Weg für Checkout-Logik. Sie wurden am 30. Juni 2026 endgültig eingestellt, und schon seit dem 15. April 2026 ließen sie sich nicht mehr bearbeiten oder veröffentlichen. Nachfolger ist Shopify Functions — migriert wird die Logik, nicht der Code.
7:03 Und jetzt der Punkt, der in die Projektplanung gehört: Eigene Apps mit Function-APIs setzen Shopify Plus voraus, öffentliche Apps mit Functions laufen auf jedem Tarif. Diese Unterscheidung entscheidet regelmäßig darüber, ob eine Anforderung umsetzbar ist. Der erste Punkt ist der häufigste Planungsfehler: Eine Anforderung wird als Theme-Anpassung geplant, obwohl der Checkout zum Kern gehört.
7:28 Das fällt spät auf und kostet die ganze Vorarbeit. Der zweite ist ein Rückfall in alte Gewohnheiten: Tracking wird per Skript eingebaut statt über ein Web Pixel — und läuft damit an der Einwilligungssteuerung vorbei. Der dritte ist die eben genannte Tarifgrenze: Die Function steckt in einer eigenen App, und der Shop ist nicht auf Plus.
7:47 Und der vierte ist der, den Modul eins schon nahegelegt hat: bauen, bevor jemand den Standard geprüft hat.
Nach der Bestellung
7:53 Zum Schluss der Teil, der in Projektplänen fehlt: alles, was nach dem Klick auf Kaufen passiert. Nach der Zahlung folgen die Dankeseite und die Bestellstatusseite. Beide sind Teil des Checkout-Erlebnisses und über Extensions erweiterbar — und beide werden erstaunlich oft aufgerufen. Die Bestellstatusseite ist in vielen Shops die meistbesuchte Seite überhaupt, weil Kundschaft dort nachsieht, wo die Lieferung bleibt.
8:18 Von dort führt der Weg ins Kundenkonto mit Bestellübersicht, Nachbestellung und Self-Service-Rückgabe. Wer diese Strecke gestaltet, entlastet den Support messbar — wer sie ignoriert, bekommt die Fragen per Mail. Ein abgebrochener Checkout ist kein verlorener Besuch, sondern ein dokumentierter Vorgang — das ist die erste wichtige Einsicht.
8:38 Die Wiederaufnahme führt auf denselben Warenkorb zurück, die Arbeit ist also nicht weg. Aber, und hier wird es rechtlich: Eine Erinnerung braucht eine Einwilligung, nicht nur eine Mailadresse. Das wird regelmäßig verwechselt. Und der vierte Punkt ist der, an dem man ansetzen sollte, bevor man über Erinnerungsmails nachdenkt: Der häufigste Abbruchgrund sind Kosten, die erst spät sichtbar werden.
9:01 Das lässt sich ohne jede Mail beheben. Fünf Schritte, und der erste ist der, der die Diskussion versachlicht: An welchem Schritt wird abgebrochen? Nicht wie viele — wo. Dann sehen Sie sich die Kosten- und Lieferzeitangaben vor diesem Schritt an; meistens liegt dort die Ursache. Durchlaufen Sie den Schritt auf dem Telefon und mit der Tastatur — Sie erinnern sich an Modul acht. Dann eine Änderung mit Erwartung, nicht drei gleichzeitig.
9:28 Und nach festem Zeitraum messen und entscheiden. Shopify bietet A/B-Tests und Rollouts inzwischen auch für Checkout-Konfigurationen an. Der erste Punkt ist rechtlich heikel und passiert trotzdem laufend: Erinnerungsmails gehen ohne Einwilligung raus. Der zweite ist eine vertane Chance: Die Bestellstatusseite bleibt unverändert, obwohl sie am häufigsten geöffnet wird.
9:50 Der dritte macht Analysen wertlos: Abbrüche werden gezählt, aber nie nach Schritt aufgeschlüsselt — eine Zahl ohne Ort ist keine Information. Und der vierte ist eine Frage des Takts: Die Dankeseite verkauft weiter, statt die Bestellung zu bestätigen. In dem Moment will die Kundschaft Sicherheit, kein weiteres Angebot.
Übung
10:10 Jetzt ordnen Sie drei sehr konkrete Anforderungen ein — und prüfen dabei, ob der Tarif sie überhaupt hergibt. Steglicht hat drei Anforderungen an den Checkout: ein Feld für die Kostenstelle bei Firmenkunden, ein Mengenrabatt ab fünf Stühlen und ein Hinweis auf die Lieferzeit sperriger Ware. Der Shop läuft auf einem Standardtarif.
10:29 Diese drei sind bewusst gewählt, denn sie liegen auf drei verschiedenen Wegen: Einer ist Oberfläche, einer ist Logik, einer ist womöglich schon Standard. Die Kunst besteht nicht darin, sie umzusetzen — sondern darin, vorher zu erkennen, welcher Weg der richtige ist. Das Lernziel: Checkout-Anforderungen dem richtigen Erweiterungsweg zuordnen und die Tarifabhängigkeit vorher erkennen. Das Wort vorher trägt die ganze Übung.
10:54 Erfolgreich sind Sie, wenn jede der drei Anforderungen einem Weg zugeordnet ist — Standardfunktion, App, UI Extension oder Function — mit Begründung und mit der Angabe, ob sie im Standardtarif umsetzbar ist. Und wer früh fertig ist, ergänzt eine vierte Anforderung aus dem eigenen Haus. Erfahrungsgemäß ist die vierte die, bei der es interessant wird.
11:16 Beschreiben Sie je Anforderung, was die Kundschaft sehen oder tun soll — aus ihrer Sicht, nicht aus Ihrer. Prüfen Sie dann, ob der Standard das bereits abdeckt; überraschend oft ist die Antwort ja, nur an anderer Stelle. Wählen Sie den Erweiterungsweg und begründen Sie ihn. Prüfen Sie die Tarifabhängigkeit, besonders bei eigenen Apps mit Functions. Und markieren Sie am Ende die Anforderungen, die zu teuer sind.
11:40 Auch das ist ein Ergebnis — vielleicht sogar das wertvollste. Der erste Punkt ist die Falle, vor der dieses ganze Modul warnt: Das eigene Feld wird im Theme gelöst und erscheint nie im Checkout. Der zweite ist eine Umsetzung, die funktioniert und trotzdem falsch ist: Der Mengenrabatt wird als Rabattcode gebaut — und muss dann von Hand verteilt werden, bei jedem Kunden, bei jeder Bestellung.
12:03 Der dritte ist der teuerste: Die Tarifgrenze fällt erst auf, als die App schon gebaut ist. Und der vierte ist der aus Modul eins: Alle drei gelten als Muss, ohne dass jemand den Nutzen beziffert hat.
Dieses Modul als Schulung für Ihr Team
Das Video zeigt den Stoff. In der Schulung arbeitet Ihr Team damit — an Ihrem eigenen Code, mit Übungen und mit den Fragen, die ein Video nicht beantwortet. Sie wählen die Module aus Shopify in der Praxis, wir bauen daraus ein Programm.
5 Tage·ab 900 EUR netto pro Tag (bis 3 Teilnehmende) ·Termin nach Vereinbarung