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Modul

Zahlungen, Steuern und Pflichtangaben

Modul 10 von 23 aus dem Seminar Shopify in der Praxis

5 Kapitel in diesem Modul-Video · Laufzeit

Für Teams

Die Videos zeigen, wie es geht. Die Schulung sorgt dafür, dass Ihr Team es danach tut.

Ein Video kann niemanden fragen, warum es ausgerechnet in Ihrem Repository nicht funktioniert. Es kann kein Team auf eine gemeinsame Konvention bringen. Und es setzt sich niemand freiwillig drei Tage hin. In der Schulung sind am Ende alle auf demselben Stand, gearbeitet wurde am eigenen Code, und die offenen Fragen sind entschieden — in ein paar Tagen statt irgendwann nebenbei.

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Transkript

Der gesprochene Text dieses Moduls zum Mitlesen, Überfliegen und Durchsuchen. Ein Klick auf einen Zeitstempel springt an die Stelle im Video.

Zahlungen, Steuern und Pflichtangaben

0:00 Shopify rechnet die Steuer aus. Es zeigt einen Betrag im Checkout, und der sieht plausibel aus. Genau das ist die Gefahr — denn anmelden, melden und abführen muss trotzdem jemand, und das ist nie die Plattform. Dieses Modul behandelt die drei Bereiche, in denen Konfiguration und Verantwortung am weitesten auseinanderliegen: Zahlungen, Steuern und die Pflichtangaben im Shop.

0:21 Am Ende steht eine Checkliste, in der zu jeder Zeile eine Person steht — und bei einigen Zeilen ausdrücklich der Vermerk, dass sie außerhalb entschieden wird.

Zahlungen, Steuern und Pflichtangaben

0:31 Vier Kapitel. Zuerst die Zahlungsabwicklung mit ihren Gebührenfolgen und den vier Vorgängen, die jeder Shop kennt. Dann die Steuern — mit der bemerkenswert klaren Aussage von Shopify dazu, wer verantwortlich bleibt. Danach die Pflichtangaben, und da wird es deutsch und konkret: Preisangabenverordnung mit Gesamtpreis, Grundpreis und der Regel zum niedrigsten Preis der letzten dreißig Tage.

0:54 Und zum Schluss die Schnittstelle zur Buchhaltung, also die Stelle, an der der Shop endet.

Zahlungsabwicklung und Risiko

0:59 Beginnen wir beim Geld. Wer die Zahlung abwickelt, entscheidet über Gebühren, über die Datenlage — und über einen Kostenblock, der gerne übersehen wird. Shopify Payments ist die eingebaute Zahlungsabwicklung; alle gängigen Zahlungsmethoden sind nach dem Anlegen des Shops bereits freigeschaltet. Das ist bequem, und es ist auch eine wirtschaftliche Entscheidung, wie wir gleich sehen.

1:22 Daneben lassen sich fremde Anbieter einbinden — mit Folgen für Gebühren, Auszahlungen und für den Ort, an dem Zahlungsdaten liegen. Diese drei Folgen gehören zusammen betrachtet. Wer nur die Konditionen vergleicht, vergleicht ein Drittel. Hier steht die Regel, die viele Kalkulationen umwirft. Für Bestellungen über Shopify Payments fallen keine Drittanbietergebühren an — das gilt ebenso für Shop Pay, Shop Pay Installments und PayPal Express.

1:48 Wird Shopify Payments aber neben einem anderen Anbieter genutzt, fallen Gebühren an. Und bei Shopify Plus entfallen sie, wenn ausschließlich Shopify Payments läuft. Übersetzt heißt das: Ein fremder Anbieter kostet Sie nicht nur seine eigenen Gebühren, sondern zusätzlich einen Aufschlag. Diesen Aufschlag muss man kennen, bevor man verhandelt.

2:09 Vier Begriffe, die im Alltag ständig auftauchen und trotzdem oft unscharf verwendet werden. Bei der Autorisierung wird der Betrag reserviert, aber noch nicht eingezogen. Erst die Erfassung zieht ihn tatsächlich ein. Die Rückerstattung gibt ganz oder teilweise zurück. Und beim Chargeback widerspricht die Kundschaft, der Fall wird geprüft.

2:29 Warum das wichtig ist, sehen wir in Modul zwölf: Zwischen Autorisierung und Erfassung liegt eine Frist, und wer sie verpasst, hat die Ware verschickt und das Geld nicht. Für Shopify Payments ist übrigens Zwei-Faktor-Authentifizierung am Konto verpflichtend. Der erste Punkt ist der, vor dem dieses Kapitel warnt: Ein fremder Anbieter wird wegen besserer Konditionen gewählt, und die Zusatzgebühr fehlt in der Rechnung.

2:54 Der zweite ist ein Betriebsproblem mit direkter Geldwirkung: Beträge werden autorisiert, aber erst spät erfasst — und die Autorisierung verfällt. Der dritte ist menschlich: Risikohinweise zu einer Bestellung werden nicht angesehen, bis der erste Chargeback kommt. Und der vierte ist eine Frage der Governance, die wir aus Modul zwei kennen: Rückerstattungen ohne Vier-Augen-Prinzip.

Steuern konfigurieren

3:16 Jetzt das Kapitel, bei dem die Rollenverteilung am deutlichsten ist — und bei dem Shopify selbst am deutlichsten wird. Shopify bietet je nach Region unterschiedliche Steuerdienste an. In den USA, der EU, Großbritannien und Kanada stehen Shopify Tax oder Manual Tax zur Verfügung, in einigen Ländern Basic Tax, sonst manuelle Konfiguration.

3:36 Ergänzend gibt es Steuer-Apps von Drittanbietern. Der erste Schritt in jedem Projekt ist deshalb banal und wird trotzdem übersprungen: nachsehen, welcher Dienst für Ihre Regionen überhaupt gilt. Denn davon hängt ab, wie viel die Plattform rechnet und wie viel Sie selbst pflegen müssen. Diese vier Punkte sollte man wörtlich nehmen. Shopify meldet und führt Steuern nicht ab — außer bei Shopify Tax mit automatischer Meldung.

4:02 Die Registrierung bei den Behörden bleibt Sache des Händlers. Die voreingestellten Steuersätze sind auf Aktualität und Passung zu prüfen; sie sind ein Angebot, keine Garantie. Und der vierte Punkt verbindet dieses Modul mit Modul drei: Die Produktkategorie der Taxonomie bestimmt bei Shopify Tax den Steuersatz. Ein leeres Kategoriefeld ist damit ein steuerliches Problem — nicht nur ein Datenpflegethema.

4:27 Fünf Schritte, und der erste ist eine Frage an die Buchhaltung, nicht an die IT: In welchen Ländern besteht eine Registrierung oder wird eine nötig? Danach wählen Sie den passenden Steuerdienst für diese Regionen. Dann entscheiden Sie über die Darstellung: steuerinklusive oder exklusive. Danach setzen Sie die Produktkategorien — ohne sie greift die Zuordnung gar nicht. Und schließlich fahren Sie Testbestellungen in jede relevante Region und prüfen die Beträge.

4:54 Für Verbraucher in Deutschland gilt dabei: Sie erwarten Bruttopreise, und daran sollte man sich halten. Der erste Punkt ist einer der unangenehmsten Umbauten überhaupt: Die Steuerdarstellung wird nach dem Start umgestellt — und damit verschieben sich alle Preise. Entscheiden Sie das vorher. Der zweite ist die stille Variante des Fehlers: Produktkategorien bleiben leer, und der Steuersatz fällt auf den Standard zurück.

5:18 Der dritte betrifft Wachstum: Grenzüberschreitende Verkäufe starten, bevor die Registrierungen geklärt sind. Und der vierte ist der gefährlichste, weil er so beruhigend wirkt: Die Steuerkonfiguration gilt als erledigt, weil der Checkout eine Zahl anzeigt.

Pflichtinformationen im Shop

5:33 Jetzt wird es sehr deutsch und sehr konkret. Drei Pflichten aus der Preisangabenverordnung, die man an der Oberfläche sieht. Die Preisangabenverordnung verlangt nach Paragraf 3 die Angabe des Gesamtpreises — nicht des Nettopreises, nicht eines Teilpreises. Nach Paragraf 4 Absatz 1 ist neben dem Gesamtpreis der Grundpreis anzugeben, und zwar wörtlich unmissverständlich, klar erkennbar und gut lesbar, wenn Ware nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche verkauft wird.

6:00 Diese Formulierung ist wichtig, weil sie über das bloße Vorhandensein hinausgeht: Ein Grundpreis in Grau in acht Pixel erfüllt die Anforderung nicht, auch wenn er technisch da ist. Drei Zeilen, und die dritte ist die, die im Alltag am häufigsten verletzt wird. Paragraf 3: Gesamtpreise angeben. Paragraf 4 Absatz 1: Grundpreis daneben, klar lesbar.

6:22 Und Paragraf 11 Absatz 1: Bei jeder Preisermäßigung ist der niedrigste Gesamtpreis der letzten dreißig Tage anzugeben. Das heißt, der durchgestrichene Preis ist nicht Ihr Wunschpreis und nicht die Liste des Herstellers — es ist der niedrigste Preis der letzten dreißig Tage. Ausnahmen bestehen bei individuellen Ermäßigungen und schnell verderblichen Waren.

6:44 Über die Preisangaben hinaus gibt es vier Bereiche. Widerrufsbelehrung, Versand- und Rückgaberichtlinien als eigene Seiten. Versandkosten und Lieferzeit vor dem Abschluss, nicht erst danach — das ist zugleich die Conversion-Empfehlung aus Modul neun. Informationspflichten im Warenkorb und im Checkout, nicht nur im Impressum; der Ort zählt.

7:04 Und der vierte Punkt ist eine Abgrenzung, die ich deutlich sagen möchte: Diese Texte sind Rechtsberatung. Sie gehören nicht aus dem Shop heraus formuliert, auch nicht von einer sehr fähigen Projektleitung. Der erste Punkt ist der häufigste rechtliche Fehler in deutschen Shops: Der durchgestrichene Preis ist der Listenpreis statt des Bestpreises der letzten dreißig Tage.

7:27 Das passiert meist ohne jede böse Absicht — man nimmt einfach die Zahl, die vorliegt. Der zweite betrifft Sortimente mit Mengenware: Der Grundpreis fehlt. Der dritte ist ein Platzierungsfehler: Rechtstexte liegen als Seite vor, sind aber im Checkout nicht verlinkt. Und der vierte ist Trägheit: Die Pflichtangaben werden einmal gesetzt und bei Sortimentsänderungen nicht mehr geprüft.

Schnittstellen und Grenzen der Konfiguration

7:49 Zum Abschluss die Frage, wo der Shop aufhört. Und die Erkenntnis, dass diese Grenze früher kommt, als viele annehmen. Shopify erzeugt Bestellungen, keine Buchhaltung. Rechnungen, Kontierung, Umsatzsteuervoranmeldung und Archivierung liegen außerhalb und werden über Apps oder Schnittstellen angebunden. Was die Plattform bereitstellt, sind Steuerberichte und Datenexport — also die Grundlage, nicht das Ergebnis.

8:14 Diese Unterscheidung klingt selbstverständlich und wird trotzdem regelmäßig übersehen, weil der Shop so viele Zahlen zeigt. Er zeigt sie aber aus Sicht des Verkaufs, nicht aus Sicht der Buchführung. Das sind zwei verschiedene Sichten auf denselben Vorgang. Vier Gründe. Rechnungsnummern folgen buchhalterischen Regeln, nicht der Bestellnummer — wer das gleichsetzt, bekommt später Lücken in der Nummernfolge erklärt.

8:39 Teilerstattungen und Retouren müssen im Zielsystem abbildbar sein, und nicht jedes System kann das elegant. Gutscheine und Geschenkkarten sind buchhalterisch kein Erlös — erinnern Sie sich an Kapitel zwei dieses Moduls. Und der Export muss die Felder enthalten, die das Zielsystem verlangt. Das klärt man in einem Gespräch von zwanzig Minuten — oder in drei Wochen Nacharbeit.

9:02 Vier Schichten, und die Übergänge sind die interessanten Stellen. Der Shop trägt Preise, Steuersätze, Bestellungen und die Belege für die Kundschaft. Darunter Export und Schnittstelle als Übergabe der Vorgänge. Darunter die Buchhaltung mit Kontierung, Meldung und Archivierung. Und ganz unten die Beratung für Registrierung, Rechtsfragen und Prüfungssicherheit.

9:22 Der praktische Nutzen dieses Bildes: Wenn in einer Projektdiskussion eine Frage auftaucht, können Sie zeigen, auf welcher Schicht sie liegt. Die meisten hitzigen Diskussionen entstehen, weil zwei Leute auf verschiedenen Schichten argumentieren. Der erste Punkt ist der Klassiker der Projektreihenfolge: Die Buchhaltung wird erst nach dem Start beteiligt und verlangt Felder, die nicht erfasst wurden.

9:46 Der zweite ist eine Lücke mit Folgen: Teilerstattungen laufen im Shop, kommen im Zielsystem aber nicht an — und dann stimmt am Monatsende nichts. Der dritte ist ein typisches Betriebsrisiko: Der Export läuft monatlich von Hand und wird im Urlaub vergessen. Und der vierte ist der, den dieses Modul durchzieht: Steuerliche Fragen werden im Projektteam entschieden statt fachlich geprüft.

Übung

10:08 Jetzt bauen Sie die Checkliste, mit der Steglicht durch eine Prüfung käme — und die auch nach dem Start noch nützlich ist. Steglicht verkauft an Verbraucher in Deutschland, künftig auch in einem zweiten EU-Land, und dazu an Firmenkunden. Im Sortiment stehen Artikel, die nach Stück verkauft werden, und Akustikelemente, die nach Fläche berechnet werden.

10:28 Diese letzte Angabe ist kein Zufall: Sie löst die Grundpreispflicht aus. Genau solche Details entscheiden, ob eine Compliance-Liste vollständig ist oder nur vollständig aussieht. Und sie tauchen fast immer erst dann auf, wenn jemand das Sortiment Produktgruppe für Produktgruppe durchgeht. Das Lernziel: Pflichten aus Preisangaben, Steuern und Zahlungsabwicklung im Shop verorten und einer verantwortlichen Rolle zuordnen.

10:52 Verorten heißt: an welcher Stelle im Shop wird das sichtbar. Erfolgreich sind Sie, wenn die Liste je Pflicht den Ort, die Rolle und die Angabe enthält, ob sie konfiguriert oder fachlich entschieden wird — und wenn die Grundpreispflicht für die Akustikelemente ausdrücklich behandelt ist. Wer früh fertig ist, ergänzt den Prüfrhythmus je Punkt. Denn eine Checkliste ohne Wiedervorlage ist eine Momentaufnahme.

11:16 Legen Sie zuerst die Zahlungsarten fest und notieren Sie die Gebührenfolgen — inklusive des Aufschlags für fremde Anbieter. Bestimmen Sie dann Steuerdienst und Preisdarstellung für beide Länder. Gehen Sie danach die Preisangabepflichten je Produktgruppe durch, nicht pauschal. Ordnen Sie die Pflichttexte den Stellen zu, an denen sie sichtbar sein müssen. Und tragen Sie je Zeile Verantwortliche und Prüftermin ein.

11:39 Diese letzte Spalte ist der Unterschied zwischen einer Liste, die einmal abgehakt wird, und einem Arbeitsmittel. Der erste Punkt ist der, der Checklisten wirkungslos macht: Sie bleibt bei der Konfiguration stehen und nennt keine Verantwortlichen. Der zweite ist der, den die Ausgangslage absichtlich provoziert: Der Grundpreis wird vergessen, weil er nur eine Produktgruppe betrifft — und genau deshalb fällt er durch.

12:03 Der dritte ist der Fehler, den wir in Modul vierzehn noch einmal sehen werden: Das zweite Land wird als Kopie behandelt, obwohl Steuer und Pflichttexte abweichen. Und der vierte: Rechtsfragen werden in der Gruppe beantwortet, statt sie als Frage zu markieren.

Dieses Modul als Schulung für Ihr Team

Das Video zeigt den Stoff. In der Schulung arbeitet Ihr Team damit — an Ihrem eigenen Code, mit Übungen und mit den Fragen, die ein Video nicht beantwortet. Sie wählen die Module aus Shopify in der Praxis, wir bauen daraus ein Programm.

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